Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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DNA-Polyploidie von Bindehautepithelzellen nach topischer Applikation von Mitomycin C Augentropfen oder Bestrahlung

1Cartsburg O., 1Kallen C., 1Sundmacher R., 2Pomjanski N., 2Böcking A.

1Augenklinik, 2Institut für Cytopathologie, Universitätskliniken Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf


Einleitung: Lokale Mitomycin C-Therapie sowie Strahlentherapie zur Behandlung präkanzeröser und kanzeröser Lasionen der Bindehaut rufen morphologisch sichtbare, nichtneoplastische Zellveränderungen hervor, die histologisch und zytologisch nur schwer von Karzinomrezidiven zu unterscheiden sind. Ziel war es, therapiebedingte nichtneoplastische Zellveränderungen nach lokaler Chemo- und/oder Strahlentherapie mittels DNA-Bildzytometrie zu untersuchen.
Methoden: 13 Patienten (13 Augen) mit Carcinomata in situ und sechs Patienten (6 Augen) mit malignen Melanomen der Bindehaut wurden seit 1995 mit lokalen Mitomycin C Augentropfen (MMC AT 0.02% und 0.04%) allein (n=12), Radiatio (n=3) oder in deren Kombination (n=4) nach Exzision therapiert. Konjunktivale Bürstenabstriche wurden vor, während und nach Therapie entnommen und zuerst zytologisch, anschließend nach Feulgen Färbung DNA-bildzytometrisch mit einem TV-Bildanalysesystem (AutoCyte Quick-DNA®) untersucht.
Ergebnisse: Während und nach Behandlung zeigte sich bei allen Patienten (19/19) eine MMC- und/oder strahlungsbedingte nichtneoplastische euploide DNA-Polyploidisierung zytomorphologisch auffälliger Zellen in vier Fällen mit größter Stammlinie bei 4c und in 15 Fällen bei 8c. Diese Veränderungen bildeten sich nach Therapieende nur langsam zurück und persistieren bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 22,5 Monaten (SD 15,4) in 94% der Fälle. Tumorrezidive wurden daneben durch Nachweis von DNA Aneuploidie bei fünf Patienten aufgedeckt.
Schlussfolgerungen: MMC-AT und Bestrahlung führen an Bindehautepithelien reaktiv zu euploider DNA-Polyploidie, die für die bekannten tumorimitierenden morphologischen Auffälligkeiten der Epithelzellen nach Zytostase bzw. Radiatio verantwortlich ist. Die DNA-Bildzytometrie hilft bei der Differenzierung zwischen derartigen reaktiven Prozessen und Karzinomrezidiven.



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