Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Zeitverlauf der Pericytenrekrutierung im Rahmen der humanen kornealen Angiogenese

Cursiefen C., Hofmann-Rummelt C., Schlötzer-Schrehardt U., Küchle M.

Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen


Hintergrund: Im Rahmen der Angiogenese, der Aussprossung neuer Blutgefäße aus bereits bestehenden Blutgefäßen, kommt es zu einer Gefäßreifung. Neue Blutgefäße werden in dieser Phase bei Abfall der Konzentration angiogener Faktoren apoptotisch. Das Zeitfenster, in welchem neue Gefäße zum Überleben von angiogenen Faktoren abhängen, korreliert morphologisch mit dem Fehlen von periendothelialen Stützzellen (Pericyten). Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob und wann neue Gefäße im Rahmen der humanen kornealen Angiogenese, von Pericyten ummantelt werden. Dies könnte wichtig sein, um den optimalen Zeitpunkt einer antiangiogenen Therapie zu definieren.
Methoden: Vaskularisierte humane Hornhäute wurden elektronenmikroskopisch auf Typ, Größe und Perizytenummantelung pathologischer Gefäße untersucht. Diese Daten wurden mit der klinischen Dauer der kornealen Neovaskularisation korreliert (73±95 Monate; 0.5-360 Monate; n=15). Die korneale Neovaskularisation war aufgetreten in Folge einer herpetischen Keratitis, einer Transplantatabstoßung, einer perforierenden Verletzung oder einer Aniridie.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 196 Blutgefäße ultrastrukturell analysiert: 72 (37%) Kapillaren, 122 (62%) Venulen und 2 (1%) Arteriolen. Elektronenmikroskopisch waren 170 der 196 Gefäße (87%) von Perizyten umgeben, 2 (1%) zusätzlich von glatten Muskelzellen. Die Pericytenrekrutierung nahm mit zunehmender Dauer der kornealen Neovaskularisation zu: Drei Monate nach Beginn der Neovaskularisation hatten schon mehr als 80% der Gefäße eine Pericytenumhüllung, während in Hornhäuten ohne chronische Entzündung nach 3 Jahren alle Gefäße von Pericyten ummantelt waren.
Schlußfolgerung: Pathologische neue Blutgefäße werden im Rahmen der humanen kornealen Angiogenese relativ schnell von Pericyten ummantelt. Das heißt, daß nur in der Frühphase einer kornealen Neovaskularisation eine antiangiogene/angioregressive Therapie zu einer Rückbildung von neuen Gefäßen führen kann. Unterstützung: BMBF (IZKF Erlangen, B13)



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