Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Morphologische Risikofaktoren für das Auftreten von Papillenblutungen beim chronischen Offenwinkelglaukom

1Degenring R., 2Budde W. M., 2Hayler J., 3Martus P., 1Jonas J. B.

1Universitätsaugenklinik, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim, Ruprecht-Karls- Universität Heidelberg, 2Augenklinik mit Poliklinik der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg, 3Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, FU Berlin, Klinikum Benjamin Franklin


Hintergrund: Ziel der Studie war zu untersuchen, welche morphologischen Kennzeichen der Papilla N. optici Risikofaktoren für das Auftreten von Papillenblutungen in der Nachfolgeuntersuchung von Patienten mit chronischem Offenwinkelglaukom sind.
Patienten und Methode: Die prospektive vergleichende klinische nichtinterventionelle Studie beinhaltete 336 Augen von 169 Kaukasischen Patienten mit chronischem Offenwinkelglaukom. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 28,3 ± 17,5 Monate. Die gesamte Studiengruppe wurde unterteilt in Augen mit einer beobachteten Papillenblutung während der Nachbeobachtungszeit (n=36; 36/336=10,7%), Augen mit einem Verlust von neuroretinalem Randsaum als Zeichen der Progression der glaukomatösen Optikusatrophie (n=115; 115/336=34,2%), und Augen ohne erkannte morphologischen Veränderungen der Papilla N. optici während der Nachbeobachtungszeit (n=185; 185/336=55,1%). Für alle Patienten wurde wiederholt eine qualitative und morphometrische Untersuchung von farbigen Papillen-Stereodiapositiven durchgeführt.
Ergebnisse: Zu Beginn der Studie unterschieden sich die Augen mit Papillenblutungen und die Augen ohne Progression nicht signifikant (P>0,10) in Größe und Form der Papille, Tiefe der Exkavation, Größe der Alpha Zone und Beta Zone der parapapillären Atrophie, und dem Durchmesser der retinalen Arterien und Venen am Papillenrand. In der Gruppe mit Papillenblutungen verglichen mit der nicht-progressiven Gruppe war der neuroretinale Randsaum als Ganzes (P<0,001) und aufgeteilt in vier Papillensektoren (P=0,005) signifikant kleiner, und die Beta Zone der parapapillären Atrophie war signifikant (P=0,02) größer. Wurden die Augen mit Papillenblutungen und Augen mit progressivem Verlust von neuroretinalem Randsaum verglichen, zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede in den untersuchten Papillenparametern.
Schlußfolgerungen: Wichtige morphologische Risikofaktoren für die Entwicklung von Papillenblutungen sind eine kleine Größe von neuroretinalem Randsaum, und eine große Zone Beta der parapapillären Atrophie. Die Entwicklung von glaukomatösen Papillenblutungen ist eher unabhängig von Größe und Form der Papille, Größe der Alpha Zone der parapapillären Atrophie, dem retinalen Gefäßdurchmesser, und der Exkavationstiefe.


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