Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Grenzen der digitalen Videokompression aus klinischer Sicht

Derse M., Bräuning J., Völker M., Zierhut M.

Universitätsaugenklinik Tübingen, Abt.I, Schleichstr. 12, 72076 Tübingen, (Direktor: Prof. Dr. K.U. Bartz-Schmidt)


Zielsetzung: Überprüfung der klinischen Nutzbarkeit von sekundär digitalisierten Videosequenzen (wie sie z. B. für die Telemedizin mit Standard Internet-Protokollen erforderlich sind) sowie Bestimmung der maximal Kompressionsrate die nicht zu Verfälschung oder klinischer Fehlinterpretation führt. Hierzu wurden Untersuchungen des vorderen Augenabschnittes sowie Angiographien von einem Scanning Laser Ophthalmoskop (SLO) herangezogen.
Methodik: Verschiedene pathologische Befunde des Vorderabschnittes (Hyphäma, Hornhautulkus, Rubeosis iridis, Endotheldystrophie) sowie angiographische (SLO-) Befunde (okkulte / klassische Membranen, Chorioretinale Anastomose, etc.) wurden mittels Standard Videorekorder (SVHS) aufgezeichnet und anschließend komprimiert (MPEG-1 Verfahren, 4 verschiedene Kompressionsraten von 0.4 bis 2.0 Mbit/s). Vier verschiedene Ophthalmologen verglichen die komprimierten Sequenzen mit den Originaldaten an einem PC (MS-Windows) mit 17 Zoll Monitor. Auf einer Skala von 1 bis 5 (Schulnoten) wurden die Kriterien pathologische Details, Diagnosestellung, Farbtreue und Gesamtqualität beurteilt.
Ergebnisse: Bei Videosequenzen von Vorderabschnitt (Kompression 0,4 Mbit/s) kann die Diagnose oft schon gut gestellt werden. Ab 0,7 Mbit/s wurden alle Kriterien als gut oder sehr gut beurteilt. Die SLO Angiographie wurde bei einer Kompressionsrate von 0,7 Mbit/s bzw. 1,0 Mbit/s als befriedigend bzw. gut bewertet. Die Dateigröße konnte dadurch auf 1/8 bis 1/20 der Originaldatei verringert werden.
Schlußfolgerung: Das vorgestellte Verfahren ist geeignet digitalisierte Video-Sequenzen zu komprimieren, ohne dass die klinische Beurteilbarkeit beeinflußt wird. Dateigrößen von ca. 3,0 Mb (Spaltlampenvideo) bis 5,0 Mb (SLO-Angio) pro Minute erlauben einen schnellen Datentransfer mittels Standard Software (und Hardware). Das Verfahren stellt ein wichtiges Instrument für den Bereich der Telemedizin dar.



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