Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Nicht-perforierende Glaukomchirurgie - morphologische Grundlagen und Funktionsergebnisse.

Dietlein T. S.

Universitäts-Augenklinik Köln


Hintergrund: Die nicht-perforierende Glaukomchirurgie umfaßt als zentrales operatives Konzept die Resektion einer tiefen Skleralamelle mit Eröffnung des Schlemm'schen Kanals und den strukturellen Erhalt des Trabekelmaschenwerks. Das genaue Wirkprinzip der nicht-perforierenden Glaukomchirurgie ist bisher nicht geklärt, ebenso wie der klinische Stellenwert dieser Verfahren im Vergleich zur Standard-Trabekulektomie.
Methode: In einer prospektiven randomisierten Studie wurden 40 Patienten mit nicht-reguliertem Offenwinkelglaukom ohne Voroperationen entweder einer Viskokanalostomie oder einer Trabekulektomie unterzogen. Lichtmikroskopische Serienuntersuchungen des tiefen Skleraresektates bei Viskokanalostomie wurden bei über 40 Glaukompatienten durchgeführt und die des Trabekulektomie-resektates bei fast 200 Patienten.
Ergebnisse: Ohne weitere Zweiteingriffe ist die Erfolgsrate der Trabekulektomie-Augen hinsichtlich der Augendrucksenkung nach 12 Monaten günstiger als bei der Viskokanalostomie, die ein ausgesprochen geringes Komplikationsspektrum aufwies. Die morphologische Analyse der tiefen Skleraresektate bei Visko-kanalostomie zeigte eine deutliche Variabilität hinsichtlich der Dicke und des Resektionsniveaus auch bei erfahrenen Operateuren; die lichtmikroskopische Analyse der Trabekulektomie-Exzidate von Glaukompatienten zeigt ein sehr dünnes anteriores Maschenwerk insbesondere bei älteren Patienten, fehlende Pigmentierung bei der Mehrzahl unserer Patienten sowie ein häufig sehr schwierig abgrenzbares Lumen des Schlemm'schen Kanals.
Diskussion: Perioperative Komplikationen, aber auch die Effektivität der Augendrucksenkung scheinen nach Viskokanalostomie geringer zu sein als nach konventioneller Trabekulektomie. Die morphologischen Untersuchungen machen die operationstechnisch kaum vermeidbaren Mikrorupturen bzw. -resektionen des Trabekelwerks als Wirkmechanismus der nichtperforierenden Chirurgie zumindest in einer gewissen Anzahl von Fällen wahrscheinlich.



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