Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Nachweis des JC-Virus in Augen HIV-infizierter Patienten

1Eberwein P., 2Stoner G. L., 1Hansen L. L., 1Agostini H. T.

1Universitäts-Augenklinik Freiburg, 2NIH Bethesda, Maryland, USA


Untersuchungsziel: Das JC-Virus (JCV) ist ein ubiquitäres humanes Polyomavirus (8 Genotypen), das in der Niere persistieren und Lymphozyten sowie verschiedene innere Organe befallen kann. Durch eine Infektion von Oligodendrozyten und Astrozyten verursacht es in immunschwachen Patienten die progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML). Das Zytomegalovirus (CMV) und das humane Immundefizienz Virus (HIV) können das JCV mittels der viralen CMV-DNA-Polymerase und dem HIV-tat Protein transaktivieren. Wir wollten wissen, ob das JCV auch das menschliche Auge infiziert und möglicherweise zur retinalen Erkrankung bei immunsupprimierten Personen beiträgt.
Material und Methoden: 63 in Paraffin eingebettete Augen (Dr. W. Green, Baltimore, USA) von 35 HIV-Patienten mit CMV-Retinitis zwischen 20 und 57 Jahren wurden mittels PCR auf DNA des JCV (VP1-Gen), CMV (DNAPolymerase Gen) und HIV (provirale DNA) untersucht. 17 der in den USA lebenden Patienten waren afrikanischer, 17 europäischer Abstammung. Ein Patient kam aus Haiti. Die Schnitte wurden entparaffiniert und anschließend mit Proteinase K verdaut. Die Spezifität der Reaktion wurde durch direktes Sequenzieren der PCR-Produkte überprüft.
Ergebnisse: DNA von JCV wurde in 21 Augen, von CMV in 53 Augen und von HIV in 6 der 63 Augen nachgewiesen. 13 von 21 JCV positiven Augen waren CMV und 3 HIV infiziert. Durch Sequenzieren wurden 4 verschiedene JCV Genotypen festgestellt: 4x Typ 1, 5x Typ 3, 6x Typ 2 und 6x Typ 4.
Schlußfolgerung: Es konnte erstmals DNA von JCV in Augengewebe HIV-positiver Patienten nachgewiesen werden. Die in den 21 Augen gefundenen Genotypen bestätigen die von der Abstammung der untersuchten Patienten her erwartete Typenverteilung. Typ 3 ist typisch für Afrika, Typ 1 und 4 wird v.a. in Europa gefunden. In welcher Weise JCV an der Pathogenese der CMV oder HIV Retinopathie beteiligt ist, bedarf weiterer Untersuchungen.



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