Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Diplopie und Konfusion nach Makulatranslokation : Welche Rolle spielt der postoperative Visus?

Eckardt U., Eckardt C.

Augenklinik der Städt. Kliniken Frankfurt a.M.-Höchst, Gotenstraße 6-8, 65929 Frankfurt


Die Verlagerung der Fovea bei einer Makulatranslokation (MT) ruft in der Regel erhebliche binokulare Probleme mit Diplopie, Konfusion wegen der extremen Zyklotropie und des sekundären Strabismus hervor. Zur Vermeidung dieser Komplikationen kann eine torsionale Muskelchirurgie mit Gegenrotation des Bulbus durchgeführt werden. In der vorliegenden retrospektiven Studie wurde untersucht, wann mit strabologischen Problemen trotz Muskelchirurgie zu rechnen ist und welchen Einfluß dabei der Visus des operierten Auges und der Visus des Partnerauges hat.
Material und Methode: Zwischen Februar 1997 und März 2001 wurde zur Behandlung einer altersbedingten Makuladegeneration bei 134 Patienten eine MT von 20-50° nach oben durchgeführt. Am Makula-rotierten Auge wurde stets eine Operation der schrägen Augenmuskeln und der geraden Augenmuskeln durchgeführt. Zur Kompensation von Vertikal- und Horizontalabweichungen sowie von Restzyklotropien wurde bei 94 Patienten zusätzlich primär oder sekundär auch das Partnerauge operiert.
Ergebnisse: Der Unterschied beim postoperativen Fernvisus zwischen dem Makula-rotierten Auge und dem Partnerauge betrug bei 75 Patienten nur 1 bis 2 Visusstufen oder war gleich. Von diesen 75 Patienten klagten trotz Muskeloperation noch 12 Patienten über störende Diplopie und Konfusion. Bei 4 der 12 Patienten konnten durch Prismen die Beschwerden behoben werden. Bei 59 Patienten betrug der Unterschied beim postoperativen Fernvisus 2 oder mehr Visusstufen . Von diesen 59 Patienten gaben 10 Patienten noch störende Diplopie und Zyklotropien an, die sich bei 6 Patienten wiederum durch Prismen beseitigen ließen.
Schlußfolgerung: Durch Muskelchirurgie kann in der Mehrzahl Diplopie und ein störender schräger Seheindruck vermieden werden. Sollte es durch die MT postoperativ nicht zu einem nennenswerten Visusanstieg kommen und somit kein wesentlicher Unterschied zum Visus des Partnerauges bestehen, führt dies nicht zwangsläufig zu einem häufigeren Auftreten von binokularen Problemen. Hier scheinen andere Faktoren eine größere Rolle zu spielen.



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