Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Eigenserum bei therapieresistenten Hornhautepitheldefekten nach perforierender Keratoplastik

1Ferreira de Souza R., 2Kruse F., 1Seitz B.

1Augenklinik mit Poliklinik Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, 2Augenklinik Universität Heidelberg, Heidelberg


Hintergrund: Das Ziel dieser Studie war es, die Praktikabilität und Effektivität der Eigenserumanwendung bei Patienten mit therapieresistenten Hornhautepitheldefekten nach perforierender Keratoplastik (PK) zu evaluieren.
Methoden: Fünfunddreißig Augen mit therapieresistenten Hornhautepitheldefekten nach PK im Alter zwischen 39 und 92 (68±14) Jahren wurden im Zeitraum von November 1999 bis März 2001 mit Eigenserum-Tropfen therapiert. Wir untersuchten die Lokalisation, Größe und Dauer des Defektes, die Zeitdauer bis zum vollständigen Epithelschluß in Erfolgsfall (£30 Tagen) und die Rezidivrate. Nach Zentrifugieren von frisch abgenommenem Eigenblut wurde das Serum in sterilen Tropffläschchen bei Kühlschranktemperatur aufbewahrt und tagsüber unverdünnt stündlich getropft. Die zusätzliche lokale und systemische Medikation war auf die Grunderkrankung abgestimmt.
Ergebnisse: Der Epitheldefekt auf dem Transplantat war im Mittel 5 mm lang und 3 mm breit. Alle Patienten hatten zuvor maximale lokale Therapie (inklusive Hyaluronsäure) für 10±10 Tage erhalten. Die Zeitdauer der Eigenserumbehandlung lag zwischen 4 und 38 Tagen (13±9 Tage). Bei 28 von 35 Augen (80%) erfolgte der Epithelschluß nach 3 bis 27 (im Mittel 10±6) Tagen. Vierundzwanzig dieser Augen (86%) blieben während einer Nachbeobachtungszeit von 7±4 Monaten rezidivfrei. Bei 4 Augen (14%) ereignete sich von 4 bis 38 Tage nach dem Epithelschluß ein Rezidiv, so daß 3x eine zweite Eigenserumanwendung und 1x eine Amnionmembranaufnähung nötig wurde. Bei 7 Augen (20%) wurde nach 7, 8, 11, 14, 15, 36 bzw. 38 Tagen die Therapie erfolglos abgebrochen und eine Amnionmembranaufnähung (4x) oder Re-PK (3x) vorgenommen.
Schlußfolgerung: Die Eigenserumanwendung stellt bei therapieresistenten Epitheldefekten nach komplizierter perforierender Keratoplastik eine praktikable und effiziente Therapie dar. So kann die Prognose verbessert werden und invasivere Verfahren, wie Botulinumtoxin-Applikation, Tarsorrhaphie, Amnionmembranaufnähung oder eine Re-Keratoplastik vermieden werden. Eindeutige Determinanten für den Erfolg dieser Therapie konnten bisher noch nicht identifiziert werden.



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