Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Junger Patient mit unklarer Makulopathie - Lues als Ursache

Frei J., Schröder B., Messerli J.

Universitäts-Augenklinik, Mittlere Straße 91, CH-4012 Basel


Einführung: Der Augenarzt wird heutzutage mit der Lues in ihren verschiedensten okulären Manifestationsarten nur noch selten konfrontiert. Die Fallbeschreibung soll auf-zeigen, dass eine Lues-Serologie in unklaren Fällen doch nach wie vor lohnend sein kann.
Anamnese und Befund: Wir beschreiben den Fall eines 35jährigen portugiesischen Gastarbeiters. Er stellte sich notfallmässig wegen seit 2 Tagen bestehendem akutem einseitigem Visusabfall in unserer Klinik vor. Der Fernvisus betrug rechts 1.0, links 0.2. Bei reizfreien vorderen Augenabschnitten fand sich in der Fundusuntersuchung links eine diffuse Makulopathie mit ödematösen Anteilen und einer einzelnen kleinen Blutung. Der Glaskörperraum war frei. Aufgrund des unklaren Befundes wurde eine Fluoreszenzangiographie durchgeführt. Das Bild war vereinbar mit Veränderungen im Sinne eines granulomatösen Prozesses der Aderhaut im Bereich der Makula, mit diffusem Leakage in der Spätphase. Damit stand eine entzündliche Genese im Vordergrund. Im Serum wurden neben Entzündungs-parametern und der allgemeinen Serologie speziell die Lues- und Borrelien-Serologie bestimmt. Eine Sarkoidose war bei unauffälligem Thoraxröntgenbild, negativer Bindehautbiopsie, unauffälligem Multitest Mérieux und normalen Serumwerten für ACE / Lysozym sehr unwahrscheinlich. Nach Erhalt der positiven Lues-Serologie konnte die Diagnose einer luetischen Chorioretinitis links gestellt werden.
Therapie und Verlauf: Der Patient wurde mit Penicillin G iv behandelt. Darunter kam es zu einer vollständigen Visuserholung links bei narbiger Abheilung der Makulopathie.
Schlußfolgerung: Das Spektrum der okulären Manifestationen einer Lues ist groß. Dieser Fall zeigt, dass auch heute noch trotz äusserst seltenem Vorliegen einer Lues diese vor allem auch bei unklaren Befunden stets in die Differentialdiagnose einbezogen werden muss.



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