Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Indikation und Resultate der Vitrektomie bei primärer Chirurgie der rhegmatogenen Amotio retinae

Garweg J. G., Brandenberg L., Körner U., Körner F.

Univ.-Augenklinik, Inselspital, CH - 3010 Bern


Hintergrund: Einerseits beherbergt der Glaskörper Pigment, Fibroblasten und Wachstumsfaktoren, andererseits sprechen eine Zunahme der Katarakt, vermehrte perioperative Augendruck-Probleme und eine verzögerte optische Rehabilitation gegen eine primäre Vitrektomie in der Chirurgie der unkomplizierten Amotio. In dieser Studie wird die Ausgangssituation und der anatomische und funktionelle Erfolg nach extraokularer Chirurgie ohne und mit Vitrektomie bei rhegmatogener Netzhautablösung ohne Zeichen einer PVR untersucht.
Patienten und Methoden: Von 235 Primäreingriffen wegen rhegmatogener Amotio durch zwei Operateure zwischen 1996 und 1998 wurden 184 ausschliesslich extraokular durchgeführt (Plombe und/oder Cerclage, Gruppe 1), 51 Patienten erhielten zusätzlich eine primäre Vitrektomie (Gruppe 2). Die Daten wurden retrospektiv erfasst und statistisch analysiert.
Resultate: Die Ausgangssituation der Patienten aus Gruppe 2 war ungünstiger [Ausdehnung der Amotio grösser (p = 0.015); Maculabeteiligung häufiger (p = 0.016); vermehrt Glaskörperblutungen (p = 0.002)]. Eine primäre Wiederanlage der Netzhaut wurde in 83% erreicht [Gruppe 1: 85.9%; Gruppe 2: 79.5%; p = 0.6]. Eine PVR wurde postoperativ an 36 Augen [Gruppe 1: 30 (16.6%); Gruppe 2: 6 (12.3%); p =0.6], Sternfalten an 13 Augen [Gruppe 1: 12 (6.6%); Gruppe 2: 1 (2.2%); p =0.3] beobachtet.
Schlußfolgerung: Bei einer ungünstigeren Ausgangssituation wurde durch eine zusätzliche primäre Vitrektomie die Wiederanlage der Netzhaut gleich häufig erreicht wie bei unkomplizierter Amotio. Demgegenüber ist eine reduzierte funktionelle Erholung infolge häufigerer Macula-Beteiligung und postoperativer Katarakt-Formation nicht zu verhindern.



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