Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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"Crushing"- eine effektive und sichere Methode der Entfernung versenkter Linsenkerne

Gerding H.

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Domagkstr. 15, 48129 Münster


Einleitung: Analyse des intra- und postoperativen Langzeitverlaufs von Patienten, bei denen versenktes Kernmaterial aus dem Glaskörper nach vorangehender komplizierter Cataract-Chirurgie allein durch die "crushing"- Technik entfernt wurde.
Material und Methoden: Eingeschlossen in die Studie wurden 16 Patienten (8 Frauen, 8 Männer, Alter: 45-86 Lebensjahre, Median: 73 Lebensjahre), bei denen zwischen Januar 1997 und Dezember 2000 eine Kernentfernung aus dem Glaskörper (Linsenkernanteil 20-100%, Median 85 %) per "crushing"- Technik vorgenommen wurde (9/16 mit sekundärer IOL-Implantation). Nach "core"-Vitrektomie und Präparation der Glaskörperbasis wurde unter Erhöhung des Ansaugdruckes das durch Scherwirkung zwischen Vitrektom und Lichtnadel mechanisch fragmentierte Kernmaterial vollständig entfernt. Die Nachbeobachtungszeit des Kollektivs betrug 3-21 Monate.
Ergebnisse: Intraoperativ: In allen Fällen konnte eine vollständige, komplikationsfreie Entfernung des gesamten Kern- und Rindenmaterials erzielt werden. Die Aufarbeitung des Kernmaterials war auch bei den ältesten Patienten des Kollektivs (80 bis 86 Lebensjahre) problemlos auszuführen (OPGesamtzeit im Mittel 59,9 Minuten (Spanne: 35-105 Minuten). Postoperativ: In allen Fällen wurde ein deutlicher funktioneller Gewinn erzielt. Verbliebene Linsenbestandteile waren nicht aufzufinden. Bei rascher Rückbildung der praeoperativen Symptomatik war ein erhöhter Augeninnendruck oder ein persistenter Reizzustand über mehr als 7 postoperative Tage nur bei 4 Patienten (vor allem mit längerer Latenz zwischen Cataract-Operation und Vitrektomie) zu beobachten. In einem Fall trat fünf Wochen nach der Vitrektomie eine Ablatio retinae ein, die durch einen eindellenden Eingriff erfolgreich behandelt werden konnte.
Schlußfolgerungen: Die "crushing"-Technik erlaubt eine rasche, risikoarme und für jeden vitreoretinalen Chirurgen stets verfügbare Methode (keine Spezialausstattung) des Komplikationsmanagements versenkter Linsenbestandteile nach komplizierter Cataract-Chirurgie. Auch bei harten Linsenkernen ist die Methode mit hoher Effizienz anwendbar.



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