Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Erfolgreiche Hormontherapie eines untypischen orbitalen Leiomyoms

1Gösele S., 1Dithmar S., 2Schiesser M., 3Knauth M., 1Kolling G. H., 1Völcker H. E.

1Univ.Augenklinik, INF 400, 69120 Heidelberg, 2Frauenklinik, 3Abt.Neuroradiologie Univ.-Klinik Heidelberg


Hintergrund: Leiomyome sind benigne Tumoren der glatten Muskulatur, die sich oft zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr manifestieren. Eine orbitale Manifestation ist sehr selten. Bislang bestand die Therapie symptomatischer orbitaler Leiomyome in der chirurgischen Entfernung. Wir berichten über ein untypisches orbitales Leiomyom und die erstmalige erfolgreiche Hormontherapie eines solchen Tumors.
Kasuistik: Bei einer 66jährigen Patientin entwickelte sich eine rechts-seitige schmerzlose Oberlidschwellung bei vollem Visus. Neuroradiolo-gisch zeigte sich ein superior-temporal gelegener Tumor, der auch im MRT nicht von den extraokularen Muskeln und der Tränendrüse abgrenzbar war. In der linken Orbita wurde ein kleinerer Tumor mit den gleichen MRT-Charakteristika retrobulbär am M.rectus superior entdeckt. Der rechts-seitige orbitale Tumor wurde biopsiert, histologisch handelte es sich ein-deutig um ein Leiomyom. Aufgrund der diffusen Ausdehnung war eine Tumorexzision nicht möglich. Es wurde eine hormonablative Therapie mit dem Gonadotropin-RH-Analogon Goserelin (Zoladex®) durchgeführt, wo-durch es zu einer signifikanten Tumorregression kam. Ein dreiviertel Jahr später konnte neuroradiologisch kein Tumorgewebe mehr nachgewiesen werden, auch der Tumor in der linken Orbita bildete sich komplett zurück. Eine residuale Ptosis rechts wurde 3 Jahre später operiert, die hierbei entnommenen multiplen Biopsien ergaben kein Leiomyomgewebe mehr.
Schlußfolgerung: Es handelt sich hier um eine sehr ungewöhnliche Form eines Leiomyoms, wie sie unseres Wissens bisher nicht beschrieben wurde. Wenngleich bioptisch nicht gesichert, handelte es sich möglicher-weise auch linksseitig um ein Leiomyom. Gonadotropin-Releasing-Hormonagonisten wie das hier verwendete Goserelin führen zur Reduktion der zirkulierenden Östrogenkonzentration und werden im Bereich der Gynäkologie zur Reduktion von z.B. Uterusmyomen eingesetzt. Soweit uns bekannt ist, handelt es sich hier um die erstmalige Therapie eines orbitalen Leiomyoms mit Gonadotropin- RH-Agonisten.



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