Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Choroidale Perfusionsstörungen bei Riesenzellarteriitis

Graupner M. G., Wenkel H.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen 91054, Schwabachanlage 6


Hintergrund: Ein ischämischer Papilleninfarkt, ein Zentralarterienverschluß oder eine Optikusatrophie sind typische okuläre Manifestationen einer Arteriitis temporalis. Selten wird über Störungen der choroidalen Perfusion berichtet.
Patienten und Methoden: Von 218 Patienten mit bioptisch-gesicherter Riesenzellarteriitis wurde bei 8 Patienten zeitnah zur Biopsie eine Fluoreszenzangiographie durchgeführt. Retrospektiv wurden die Fluoreszenzangiographien dieser Patienten nachuntersucht. Die klinische Diagnose der okulären Veränderungen war 1 x ein Papilleninfarkt, 3 x ein Zentralarterienverschluß, 1 x eine ischämische Retinopathie, 1 x Verdacht auf Morbus Horton ohne okuläre Beteiligung und 2 x eine altersassoziierte Makuladegeneration.
Ergebnisse: In allen Fluoreszenzangiogrammen fielen Wandunreglmäßigkeiten und Kaliberschwankungen der retinalen Gefäße auf. Daneben zeigten 4 Patienten eine irreguläre und deutlich verzögerte areoläre Füllung der Aderhaut bis in die postvenöse Phase der Fluoreszenzangiographie. Bei 3 weiteren Patienten trat eine stark verzögerte arterielle retinale Füllung auf. Andere angiographische Veränderungen wie zentrale Cotton-wool-Herde (2/8) oder eine Hyperämie der Papille mit Fluoreszeinextravasation (1/8) waren seltener. Bei den 2 Patienten mit altersassoziierter Makuladegeneration führte das Ergebnis der Fluoreszenzangiographie zur Verdachtsdiagnose einer Riesenzellarteriitis.
Schlußfolgerungen: Bei dieser sicher nicht repräsentativen Auswahl von Patienten mit Arteriitis temporalis zeigte sich eine interessante Häufung an choroidale Perfusionsstörungen, die charakteristisch für eine Riesenzellarteriitis sein können. Bei akuten Visusminderungen mit ophthalmoskopisch untypischen Fundusveränderungen kann die Fluoreszenzangiographie hilfreich sein, eine verzögerte Füllung der Choriocapillaris als Hinweis für eine Arteriitis temporalis festzustellen.



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