Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Die BSE Krise und ihre Bedeutung für die Augenheilkunde

Grisanti S.

Zentrum für Augenheilkunde, Abt. für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, Eberhard-Karls-Universität Tübingen


Die Bovine Spongiforme Encephalopathie (BSE) gehört zu einer Gruppe von neurodegenerativen Erkrankungen. Obwohl die kausale und formale Pathogenese dieser Krankheitsgruppe noch nicht geklärt ist, werden "infektiöse Proteine", sogenannte Prione, verantwortlich gemacht. Diese pathologische Eiweiße zeichnen sich durch einen neuartigen Replikationsund Transmissionsmodus aus. Zu den bekanntesten Prionerkrankungen gehören neben der BSE der Kühe, die Scrapie bei den Schafen und die seltene sporadisch auftretende Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJK). Der Verdacht das eine Variante der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung (vCJK) durch eine Speziesübergreifende Transmission von pathologischen Prionen verursacht wird provozierte in nicht unberechtigter Weise die Aufmerksamkeit der Medien und der Menschen und die Eskalation zur sogenannten BSE-Krise. Die BSE-Krise ist insofern wichtig für die Augenheilkunde als das Auge als Teil des zentralen Nervensystems stärker als andere Gewebe mit den pathologischen Prionen belastet sein kann. Damit verbunden ist ein erhöhtes Infektionsrisiko, dass nicht nur bei Transplantationen (z.B. Hornhaut) eine Rolle spielt, sondern bei jedem chirurgischen Eingriff am Auge. Die hohe Stabilität der Prione gegenüber gängigen Sterilisationsverfahren erfordert eine entsprechende Umstellung, die sowohl organisatorische, finanzielle als auch forensische Konsequenzen mit sich bringt. Ziel dieses Referats ist es die grundlegenden biologischen Eigenschaften der Prione darzustellen, bisherige Erkenntnisse über die Pathogenese des Transmissions- und Replikationsmodus zu erbringen, sowie die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen in der Augenheilkunde zu diskutieren.


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