Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Clostridium perfringens Endophthalmitis nach penetrierender Bulbusverletzung

1Häring G., 2Wiechens B.

1Klinik für Ophthalmologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel, 2Klinikum Hannover Nordstadt, Augenklinik, Haltenhoffstr. 41, 30167 Hannover

Hintergrund: Clostridium perfringens ist ein gram-positives anaerobes Bakterium, welches das Krankheitsbild der Gasgangrän verursacht. Eine durch diesen Keim verursachte Endophthalmitis stellt eine äußerst seltene Komplikation penetrierender Bulbusverletzungen dar.
Kasuistik: Vorgestellt wird der Krankheitsverlauf eines 37 Jahre alten Patienten, der wegen einer penetrierenden Augenverletzung mit intraokularem Fremdkörper (FK) zugewiesen wurde. Die Verletzung war bei Arbeiten mit Hammer und Meißel in einem landwirtschaftlichen Betrieb etwa 11 Stunden zuvor aufgetreten. Der Visus betrug bei Aufnahme 1/7,5, es fand sich eine ca. 2 mm lange spontan adaptierte Perforation der Hornhaut; Iris und Linse waren ebenfalls perforiert. Der Glaskörper (GK) war z.T. eingeblutet und ein FK nicht erkennbar. Ein wesentlicher intraokularer Reizzustand lag nicht vor. Computertomographisch ließ sich ein metallischer intraokularer FK nachweisen. Die operative Versorgung erfolgte 10 Stunden nach Aufnahme des Patienten und beinhaltete u.a. eine Cerclage, Linsenabsaugung, Pars plana-Vitrektomie und C3F8- Injektion. Intraoperativ fiel eine erhebliche Infiltration des GK und der Netzhaut im Sinne einer Endophthalmitis auf. Mikrobiologisch konnte Clostridium perfringens nachgewiesen werden. Trotz unmittelbar eingeleiteter gezielter Antibiotikatherapie konnte der Visus nicht wiedererlangt werden. Vier Monate nach dem Unfall erblindete das Auge infolge einer Amotio insanata. Systemische Komplikationen traten bei dem Patienten nicht auf.
Schlußfolgerungen: Auch bei frühzeitigem Keimnachweis hat eine durch Clostridium perfringens hervorgerufene Endophthalmitis eine extrem ungünstige Prognose. Neben der ophthalmologischen Problematik ist stets an die Möglichkeit systemischer Komplikationen zu denken.



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