Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Klassifikation und Visusprognose von offenen Bulbusverletzungen

Hefner L., Uhlmann S., Pittasch K., Wiedemann P.

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universität Leipzig, Liebigstr. 10-14, 04103 Leipzig

Untersuchungsziel: Ziel dieser Studie war zu untersuchen, ob anhand des Verletzungstyps (Penetration, intraokularer Fremdkörper, Perforation, Ruptur), der Verletzungszone und des Visus zur Erstbehandlung des Patienten eine Aussage über die Prognose möglich ist.
Methoden: In der Augenklinik Leipzig wurden vom 01.01.-31.12.2000 34 Patienten wegen einer offenen Bulbusverletzung behandelt. 77% der Patienten waren männlich, 23% weiblich, in 54% handelte es sich um Freizeitunfälle, 46% waren Arbeitsunfälle. Zur Aufnahme wurden die Patienten verschiedenen Visusgruppen zugeteilt: I (³ 0,5), II (0,4 - 0,2), III (< 0,2 - 1/40), IV(1/50 - lux) und V (nulla lux), sowie Verletzungstyp und - zone ermittelt.
Ergebnisse: Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit lag bei 110 ± 91 Tagen. Patienten mit einer Penetration (n=13) oder einem intraokularen Fremdkörper (n=10) zeigten bei Aufnahme deutlich bessere Visuswerte als Patienten mit Perforation (n=2) und Ruptur (n=9). Postoperativ erreichten 85% der Patienten mit einer Penetration und 70 % der Patienten nach einem intraokularen Fremdkörper Visuswerte der Gruppen I bzw. II, keiner der Patienten erblindete. Beide Patienten mit einer Perforation hatten präund postoperativ Visuswerte der Gruppe IV. Die ungünstigen präoperativen Visuswerte bei Ruptur (100% der Patienten in Gruppe IV und V) konnten postoperativ signifikant verbessert werden (44% der Patienten erreichten Gruppe I und II), 1 Patient gehörte prä- und postoperativ der Gruppe V an. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Verletzungstypen in Bezug auf die Anzahl der notwendigen Folgeoperationen.
Schlußfolgerung: Auch postoperativ zeigten sich bei einer Penetration oder einem intraokularen Fremdkörper deutlich bessere Visuswerte als bei Perforation und Ruptur. Die schlechte Prognose bei Ruptur und Perforation scheint nach unseren Ergebnissen im Wesentlichen auf eine weit nach posterior reichende ursprüngliche Verletzung zurückzuführen zu sein.




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