Echographische und angiographische Beurteilung der Grubenpapille
Henc-Petrinovic L., Kuzmanovic B., Petrinovic-Doreic J.
Institut für Augenheilkunde, Allg. Krankenhaus "Sveti Duh",
Sveti Duh 64, 10000 Zagreb, Kroatien
Einleitung: Die Echographie und die Fluoreszenzangiographie werden
in der Bewertung der Dekompensation der kongenitalen kolobomatösen
Anomalie des Sehnerves, der Grubenpapille oder "pit of the disc"
benutzt.
Methoden: Im Laufe der Zeit von 13 Jahre fand man bei 11 Patienten
(6 Frauen und 5 Männer), im Alter von 18-32 Jahre, einen Defekt im
temporalen unteren Teil der Sehnervenpapille, eine zentrale seröse
Netzhautabhebung mit einer verminderten Sehschärfe, das Verschwommensehen
und die Gesichtsfeldausfälle (zentrale und bogenförmige). Die
Ultraschalluntersuchung zeigte eine mehr oder weniger sichtbare, flache
Netzhautabhebung in der papillomakulären Region (Exsudation). Die
Fluoreszezangiographie zeigte eine späte Füllung der Papillengrubenbildung
mit der Farbe und eine Verbreitung der Farbe unter der Netzhaut, meistens
im Makulabereich.
Ergebnisse: Mit der Anwendung der lokalen Kortikosteroidtherapie
haben sich, innerhalb einiger Wochen, die Symptomen zurückgezogen.
Bei vier Patienten fand man eine residuale Disgrupierung des makulären,
retinalen Pigmentepithels.
Diskussion: Die Ethiopathogenese der makulären Netzhautabhebung
in den Fällen der Grubenpapille ist nicht vollständig geklärt.
Die neue Hypothese, die Grubenpapille könnte eine Verbindung zwischen
subretinalem und subarachnioidalem Raum sein, wäre annehmbar. Eine
andere mögliche Entwicklungskomponente der makulären Netzhautabhebung
könnte eine vitreale Traktion sein. Eine simultane Erscheinung der
hinteren Glaskörperabhebung und der Makulabhebung könnte ein
Beweis für die traktionale Genese der makulären Abhebung im
Fall der Grubenbildung der Papille sein. Echographische Ergebnisse in
unserer Studie, die keine Zeichen der hinteren Glaskörperabhebung
aufgewiesen haben, bestätigen diese Hypothese nicht. Eine bessere
Auffassung der Pathogenese könnte zur Folge eine optimale Auswall
von Behandlungsmodalitäten (Vitrektomie, Gasinsufflation, Laserkoagulation)
haben, was das Herabsetzen der Sehschärfe prävenieren könnte.
|