Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Umweltfaktoren bei der AMD: Daten aus epidemiologischen Studien

Hense H.-W.

Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Bereich Klinische Epidemiologie, Universitätsklinikum Münster

Hintergrund: Die AMD ist eine degenerative Erkrankung der Makula, die sich mit zunehmendem Alter progredient manifestiert und die häufigste Ursache für eine Erblindung älterer Menschen in den westlichen Industrienationen darstellt. Obwohl der natürliche Verlauf in verschiedenen epidemiologischen Untersuchungen beschrieben wurde ist die spezifische Pathogenese der Erkrankung noch unzureichend verstanden.
Vorkommen: In aktuellen epidemiologischen Studien wurden definierte Protokolle zur Analyse und Klassifizierung der AMD verwandt, was die externe Validität und Vergleichbarkeit gegenüber früheren Studien wesentlich erhöhte. Die hierbei gefundenen Daten zur AMD-Prävalenz waren in allen Studien erstaunlich ähnlich. Die Prävalenz einer frühen AMD betrug bei Personen über 75 Jahren bis zu 35% und die einer späten AMD etwa 5 bis 8 %. Die Neuerkrankungsraten für die AMD lagen z.B. in der Beaver-Dam-Studie ab dem 60. Lebensjahr bei 1% über 5 Jahre und stieg auf über 5% bei Personen jenseits der 75 an. Epidemiologische Daten zu Prävalenz und Inzidenz der AMD in Deutschland liegen bisher nicht vor.
Umwelt- und Risikofaktoren: Die Assoziation zwischen einer AMD und verschiedenen Faktoren wurde in zahlreichen Studien untersucht. Rauchen war der häufigste und stärkste beobachtete Risikofaktor einer AMD. Die Reduktion antioxidativer Schutzmechanismen wurde dabei als Ursache angenommen So wurde kürzlich auch über die Assoziation von Rauchen und geringeren Konzentrationen an makulärem Pigment berichtet. Da die Netzhaut besonders empfindlich für oxidative Schäden ist, können höhere Konzentrationen an antioxidativen Substanzen protektiv wirken. So wurden in einer französischen Untersuchung erhöhte Konzentrationen antioxidativer Enzyme im Plasma in Assoziation mit einer späten AMD gebracht. Das makuläre Pigment, im wesentlichen die nur diätetisch verfügbaren Carotenoide Lutein und Zeaxanthin, bilden einen wichtigen antioxidativen Schutzmechanismus für die zentrale Netzhaut. Verschiedene epidemiologische Studien stützen die Annahme, daß verminderte Konzentrationen an makulärem Pigment häufiger mit der Ausprägung einer AMD assoziiert sind. Da diese Substanzen einen potentiell beeinflußbaren Prognosefaktor darstellen, erfolgt die Analyse dieser Zusammenhänge gegenwärtig in einer Reihe prospektiver Untersuchungen.
Ausblick: Die Schwierigkeit, relevante Risikofaktoren in der Umwelt zu identifizieren ist wahrscheinlich durch spät einsetzende, relativ geringe Prävalenz und Inzidenz mit langsamer Progredienz bedingt. Langfristig angelegte Beobachtungsstudien großer Patientengruppen werden helfen, Risiko- und Prognosefaktoren der AMD genauer zu charakterisieren.




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