Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Endophthalmitis nach Kataraktoperation

Hesse Y., Spraul C. W., Lang G. K.

Universitätsaugenklinik Ulm, Prittwitzstr. 43, D-89075 Ulm

Hintergrund: Die Endophthalmitis gilt aufgrund der schlechten Prognose für die Funktion des Augen als eine der schwersten Komplikationen nach Kataraktoperationen.
Methode: Wir evaluierten retrospektiv die Daten von 53 Patienten, die zwischen 1995 und Mai 2001 wegen einer postoperativen Endophthalmitis an der Universitätsaugenklinik Ulm behandelt worden waren, von denen 50 von extern zugewiesen worden waren. Klinischer Verlauf der Erkrankung, verursachende Erreger, therapeutisches Vorgehen und funktionelle Ergebnisse wurden für einen Nachbeobachtungszeitraum von 2 Wochen bis 42 Monaten (Median: 6 Monate) analysiert.
Ergebnisse: Bei 52 Patienten war eine Kataraktextraktion, in einem Fall eine sekundäre Vorderkammerlinsenimplantation der Endophthalmitis vorausgegangen. Der Keimnachweis gelang bei 65% der operierten Augen, gram-positive koagulase-negative Staphylokokken waren die am häufigsten isolierte Spezies (50%). Alle untersuchten Erreger waren gegenüber einer Antibiotikakombination von Vancomycin und Amikacin bzw. Ceftazidim sensibel. 13 Patienten wurden allein konservativ mit systemischer Antibiose behandelt. Bei 50% der Patienten, bei denen initial nur ein minimaler chirurgischer Eingriff durchgeführt worden war, war ein Zweiteingriff erforderlich, während dies nur in 9% der Fälle nach ausgedehnterer initialer Operation notwendig war. Der Aufnahmevisus betrug im Median Handbewegungen und stieg im Nachbeobachtungszeitraum auf 0,2 im Median an. In zwei Fällen konnte Enterococcus faecalis als Keim bei klinisch rezidivierender Endophthalmitis nachgewiesen werden. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen eine Adhärens des Erregers an Linsenkapsel und Intraokularlinse.
Schlußfolgerungen: Die Behandlung einer postoperativen Endophthalmitis sollte abhängig gemacht werden von dem Schweregrad der Infektion. Aggressivere Therapieoptionen einschließlich der Entfernung der Intraokularlinse scheinen mit einer geringeren Reoperationsrate assoziiert zu sein, da manche Bakterien wie z.B. Enterokokken an der Kunstlinse haften und so eine rezidivierende Endophthalmitis verursachen können.




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