Endophthalmitis nach Kataraktoperation
Hesse Y., Spraul C. W., Lang G. K.
Universitätsaugenklinik Ulm, Prittwitzstr. 43, D-89075 Ulm
Hintergrund: Die Endophthalmitis gilt aufgrund der schlechten Prognose
für die Funktion des Augen als eine der schwersten Komplikationen
nach Kataraktoperationen.
Methode: Wir evaluierten retrospektiv die Daten von 53 Patienten,
die zwischen 1995 und Mai 2001 wegen einer postoperativen Endophthalmitis
an der Universitätsaugenklinik Ulm behandelt worden waren, von denen
50 von extern zugewiesen worden waren. Klinischer Verlauf der Erkrankung,
verursachende Erreger, therapeutisches Vorgehen und funktionelle Ergebnisse
wurden für einen Nachbeobachtungszeitraum von 2 Wochen bis 42 Monaten
(Median: 6 Monate) analysiert.
Ergebnisse: Bei 52 Patienten war eine Kataraktextraktion, in einem
Fall eine sekundäre Vorderkammerlinsenimplantation der Endophthalmitis
vorausgegangen. Der Keimnachweis gelang bei 65% der operierten Augen,
gram-positive koagulase-negative Staphylokokken waren die am häufigsten
isolierte Spezies (50%). Alle untersuchten Erreger waren gegenüber
einer Antibiotikakombination von Vancomycin und Amikacin bzw. Ceftazidim
sensibel. 13 Patienten wurden allein konservativ mit systemischer Antibiose
behandelt. Bei 50% der Patienten, bei denen initial nur ein minimaler
chirurgischer Eingriff durchgeführt worden war, war ein Zweiteingriff
erforderlich, während dies nur in 9% der Fälle nach ausgedehnterer
initialer Operation notwendig war. Der Aufnahmevisus betrug im Median
Handbewegungen und stieg im Nachbeobachtungszeitraum auf 0,2 im Median
an. In zwei Fällen konnte Enterococcus faecalis als Keim bei klinisch
rezidivierender Endophthalmitis nachgewiesen werden. Rasterelektronenmikroskopische
Aufnahmen zeigen eine Adhärens des Erregers an Linsenkapsel und Intraokularlinse.
Schlußfolgerungen: Die Behandlung einer postoperativen Endophthalmitis
sollte abhängig gemacht werden von dem Schweregrad der Infektion.
Aggressivere Therapieoptionen einschließlich der Entfernung der
Intraokularlinse scheinen mit einer geringeren Reoperationsrate assoziiert
zu sein, da manche Bakterien wie z.B. Enterokokken an der Kunstlinse haften
und so eine rezidivierende Endophthalmitis verursachen können.
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