Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Organ- und funktionserhaltende interdisziplinäre Therapie intraorbitaler- und die Orbita infiltrierender Malignome

1,3Holland D., 1,3Kovács N., 2,3Maune S., 3Kovács G., 3,4Mehdorn H. M., 3Galalae R.

1Augenklinik UKK, Hegewischstr. 2, 24105 Kiel, 2Klinik für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde UKK, Arnold-Heller-Str. 14, 24105 Kiel, 3Interdisziplinäres Zentrum für Brachytherapie UKK, Arnold-Heller-Str. 9, 24105 Kiel, 4Neurochirurgie UKK, Weimarer Str. 8, 24106 Kiel

Hintergrund: Eine neue interdisziplinäre Therapiemethode wurde in der Universitätsklinik Kiel 1993 eingeführt, um eine Organ- sowie Funktionserhaltung bei primären Orbitatumoren sowie in die Orbita infiltrierenden Malignomen zu etablieren.
Methode: Behandelt wurden 11 Primärtumore und 14 fortgeschrittene Kopf-Halstumore mit intraorbitalem Einbruch. In 12 Fällen wurden Ersttumore und bei 13 Patienten Rezidive behandelt. Die Histologie zeigte 11 Rhabdomyosarkome, 7 Nasennebenhöhlen-Karzinome, 1 Leiomyosarkom, 1 Osteosarkom, 1 Spinaliom, 1 Basaliom, 1 Metastase eines Hämangiopericytoms, 1 Meningeom-Rezidiv sowie ein Rezidiv eines invertierten Papilloms. Das mediane Follow-up betrug 31,25 Monate (1-84 Monate). Die Behandlung beinhaltete eine bulbusschonende Operation mit intraoperativer Einlage von Brachytherapie-Applikatoren für die postoperative fraktionierte Brachytherapie mit einer durchschnittlichen Dosis von 20 Gy in 5 Tagen. In einzelnen Fällen wurde zusätzlich eine perkutane Strahlentherapie (EBRT) mit im Mittel 41 Gy durchgeführt. Art und Umfang der Operation war abhängig von der Tumorausdehnung und wurde durch ein entsprechendes interdisziplinäres Team durchgeführt.
Ergebnisse: 11/25 Patienten sind an Ihrer Grunderkrankung verstorben, in 6/11 Fällen wegen eines Lokalrezidives. 14 Patienten leben tumorfrei. Intraoder postoperative Komplikationen durch die BT-Applikatoren traten nicht auf. Bulbusfehlstellungen bzw. Motilitätsstörungen wurden beobachtet.
Schlußfolgerung: Die Kombination von organ- und funktionserhaltender Chirurgie und interstitieller Brachytherapie stellt eine sinnvolle Alternative zur Exenteration und bietet auch in palliativen Fällen eine Verbesserung der Lebensqualität. Weitere Erfahrungen sollen gesammelt werden.




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