Kombinierte Pars-plana-Vitrektomie und Phakoemulsifikation über
cornealen oder corneoskleralen Zugang?
¹Holtkamp A., ²Heiligenhaus A., ³Vij O., 1Lösche C., ³Bornfeld
N.
¹Augenklinik Ev. Krankenhaus, Wertgasse 30, 45468 Mülheim an
der Ruhr, ²Augenklinik St. Franziskus-Krankenhaus, Hohenzollernring
72, 48145 Münster, ³Universitäts-Augenklinik, Hufelandstr.
55, 45122 Essen
Untersuchungsziel: Vergleich der intra- und postoperativen Komplikationen
bei kombinierter Vitrektomie und Phakoemulsifikation mit Implantation
einer IOL über einen cornealen oder einen corneoskleralen Zugang.
Material und Methoden: Prospektive, multizentrische, randomisierte
klinische Studie mit 123 kombiniert mittels ppV und Phakoemulsifikation
operierten Patienten. 62 Patienten erhielten eine PMMA-Linse (Pharmacia
811 B, Gruppe A) über einen corneoskleralen Zugang, 61 Patienten
eine Acryl-Linse (Alcon Acrysof, Gruppe B) über einen cornealen Zugang.
Standardisierte Kontrolluntersuchungen erfolgten am 2. postoperativen
Tag und nach 3 Monaten. Das mittlere Alter betrug 69 Jahre. Indikation
zur Vitrektomie waren Makulaforamina bei 40, epiretinale Gliosen bei 39,
Ablationes bei 20, Glaskörperaffektionen bei 21, AMD bei 3 Patienten.
Ergebnisse: Intraoperativ sahen wir in 22 Fällen (A: 10, B:
12) eine Miosis, in 7 (A: 2, B: 5) eine schwankende Vorderkammertiefe,
in 5 (A: 2, B: 3) eine Hornhautdekompensation, in 2 eine Vorderkammerblutung.
Bei 56 Patienten (A: 33, B: 23, s = 0,08) entstanden Hinterkapselfalten
nach IOL-Implantation. Früh postoperativ zeigten sich bei 63 Patienten
eine Hornhautdekompen-sation (A: 25, B: 38, S = 0,02), bei 51 Patienten
ein Vorderkammerreiz-zustand (A: 32, B: 19, s = 0,02) und eine Tensiodekompensation
bei 31 Patienten (A: 12, B. 19, s = 0,11). Nach 3 Monaten hatten 48 Patienten
(A: 30, B: 18, s = 0,04) eine Hinterkapselfibrose, 16 (A: 7, B: 9) hintere
Synechien, 13 (A: 5, B: 8) eine Hornhautveränderung. Eine Revisions-Op.
war bei 9 Patienten (A: 5, B: 4) bei Ablatio erforderlich. Der Visus stieg
von präoperativ 0,1 (logMAR 1,0) auf 0,22 (logMAR 0,65) nach 3 Monaten
an. Eine Visusbesserung um mindestens 2 Reihen hatten 73 Patienten (A:
37, B: 36), einen stabilen Visus 26 (A: 11, B: 13), schlechter waren 18
(A: 8, B: 10).
Schlußfolgerung: Schwerwiegende intra- und postoperative
Komplikationen wurden weder bei cornealem noch corneoskleralem Zugang
zur Phakoemulsifikation gesehen. Beide operative Vorgehensweisen sind
bei kombinierter ppV und Phakoemulsifikation gleichermaßen geeignet.
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