Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

Anmeldung zur Tagung
   Registration
Grußwort
   Invitation
Themen
   Topics
Allgemeiner Ablauf
   General overview
Wissenschaftliches Programm
   Scientific program
Abstract Übersicht
   Abstracts overview
Kurse
   Courses
Symposien
   Symposiums
Frühstück mit Spezialisten
   Breakfast with specialists
Arzthelferinnen-Fortbildung
Rahmenprogramm
   Social program
DOG Information
   DOG Information
Allgemeine Informationen
   General Information
Autorenindex
   Index of Authors
Ausstellerliste
   Exhibitors
Sponsoren
   Sponsors
Teilnahmegebühren
   Registration fees
Impressum



Optische Kohärenztomographie (OCT) bei Grubenpapille - Kasuistik

Hörle S., Kroll P.

Augenklinik, Philipps-Universität, Robert-Koch-Str. 4, D-35037 Marburg

Einleitung: Grubenpapillen (optic pits) wurden erstmals 1882 von Wiethe beschrieben. Es handelt sich um seltene kongenitale Anomalien des Sehnerven, die in 30-50% mit einer Abhebung der neurosensorischen Netzhaut (NH) im Makulabereich sowie einer schisisartigen Veränderung der Netzhaut des hinteren Augenpols (inner layer separation, ILS) einhergehen.
Kasuistik: Eine 31-jährige Patientin klagte seit 9 Monaten über einen Visusabfall auf 0.2 mit Verschwommensehen des RA. Auswärts war die Diagnose Grubenpapille gestellt worden und eine Fluoreszenzangiographie zum Ausschluss einer serösen Makulopathie durchgeführt worden. Im OCT zeigte sich eine Abhebung der neurosensorischen NH im Makulabereich sowie eine darüberliegende ILS ohne sichtbare Verbindung zur Makulaabhebung. Wir führten eine Vitrektomie (PPV) mit dreiwöchiger Gasendotamponade sowie Endolaserkoagulation durch. Es konnte zwar ein geringer Visusanstieg auf 0.3 erreicht werden, aber die ILS und die Makulaabhebung persistieren 3 Monate nach OP.
Diskussion: 1988 wurde von Lincoff et al. postuliert, dass die ILS einer zentralen Makulaabhebung vorausgeht, was eine Umkehrung der vorherrschenden Lehrmeinung darstellte. Die intraretinale Flüssigkeit stamme möglicherweise aus der Orbita und gelange über eine Fenestration des Optikus in die Grubenpapille, führe zur ILS und sekundär - möglicherweise durch Pigmentepithelinsuffizienz (Rutledge et al. 1996) - zur Abhebung der neurosensorische NH. Es erscheine unwahrscheinlich, dass die Flüssigkeit aus dem Glaskörper stamme oder Cerebrospinalflüssigkeit sei. Gasendotamponaden und Laserkoagulationen temporal der Papille für sich allein zeigten keinen dauerhaften Therapieerfolg. Auch der vorgestellte Fall einer kombinierten PPV mit längerer Gasendotamponade und Laserapplikation führte nicht zu einer Verbesserung. Möglicherweise ist zusätzlich zum Lasern eine noch längere Silikonöltamponade erforderlich, um einen dauerhaften Verschluss der ILS mit Rückbildung der sensorischen Netzhautabhebung herbeizuführen.




DOG HomepageZurück / Back