Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Veränderungen der Tränenfunktion und Augenoberfläche bei Patienten mit Blepharospasmus und Spasmus Facialis nach Botulinumtoxin A Behandlung

Horwath-Winter J., Berglöff J., Flögel I., Haller-Schober E. M., Schmut O.

Universitäts-Augenklinik, Auenbruggerplatz 4, Graz, Österreich

Einleitung: Die Botulinumtoxin A Behandlung hat sich bei Patienten mit Blepharospasmus und Spasmus facialis bewährt. Auch Siccabeschwerden sollen durch diese Therapie verringert werden. In dieser Studie wurde die Wirkung von periorbitalen Botulinumtoxin A Injektionen auf die Tränenfunktionsparameter und auf die Morphologie der Augenoberfläche überprüft.
Patienten und Methode: Botulinumtoxin A Injektionen wurden bei 12 Patienten mit Blepharospasmus und bei 3 Patienten mit Spasmus facialis periorbital verabreicht. Die überwiegende Zahl dieser Patienten klagte zusätzlich über Siccabeschwerden und verwendete Tränenersatzmittel. Das subjektive Empfinden sowie die Tränenfilmaufreißzeit, Schirmer Test ohne Lokalanästhesie und Bengalrosafärbung wurden vor der Injektion, 1 Woche danach sowie 1 Monat bzw. 3 Monate danach erhoben. Eine impressionszytologische Untersuchung der Bindehautmorphologie wurde vor und nach 3 Monaten durchgeführt.
Ergebnisse: Obwohl nach der Behandlung bei allen Patienten eine Verbesserung des Blepharospasmus auftrat, gaben nur 3 Patienten eine Verringerung ihrer Siccasymptomatik an, 7 Patienten verspürten keine Veränderung und bei 5 Patienten kam es zu einer Zunahme dieser Beschwerden. Die Tränenfilmaufreißzeit änderte sich im beobachteten Zeitraum nicht signifikant, die Schirmerwerte reduzierten sich jedoch bedeutend. Eine Woche nach der Botulinumtoxin A Injektion kam es zu einer Zunahme der Bengalrosafärbung. Die Bindehautmorphologie zeigte 3 Monate nach der Botulinumtoxin Behandlung keine deutlichen Veränderungen.
Diskussion: Die Pars lacrimalis des Musculus orbicularis oculi soll wesentlich für die Pumpfunktion der lacrimalen Drainage verantwortlich sein. Die Botulinumtoxin A Behandlung führt auf diesem Weg zu einem reduzierten Abtransport von Tränenflüssigkeit, wodurch eventuell Siccabeschwerden reduziert werden können. Bei den hier vorgestellten Patienten kam es durch die Botulinumtoxin A Therapie jedoch zu einer Reduktion der Schirmerwerte. Die Zunahme der Bengalrosafärbung kann durch die erhöhte Exposition der Augenoberfläche erklärt werden. Dies ist durch die Schwäche des Musculus orbicularis oculi bedingt, die zu einer Veränderung des Blinkmechanismus und zu Lagophthalmus führen kann.




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