Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Nicht-infektiöse rezidivierende Dakryolithiasis nach Nasenbeinfraktur

Hübsch S., Schmidt W.

Universitäts-Augenklinik Gießen, Friedrichstr. 18, D-35392 Gießen

Einleitung: Dakryolithen sind selten und müssen differentialdiagnostisch von anderen Ursachen der Tränenwegsstenosen abgegrenzt werden.
Material und Methoden: Ein spontan abgegangener Dakryolith wurde histologisch, mittels Raster Elektronen Mikroskopie (REM) und mit bildgebenden Verfahren (20-MHz-Sonographie, Mikro- Computertomographie) untersucht. Eine Elementanalyse erfolgte durch die Atom-Absorptions-Spektrometrie (AAS).
Kasuistik: Eine 40-jährige Patientin gab seit 3 Jahren rezidivierende Epiphora, Schmerzen und Verhärtungen unterhalb des linken inneren Lidwinkels an, die jeweils nach Spontanabgang eines Steines in den Rachen nachließen. Bei der inzwischen siebten Episode konnte die Patientin einen 3 x 20 mm grossen Dakyolithen kurz nach dessen Spontanabgang aus dem Rachen sichern. Anamnestisch hatte vor 3 Jahren eine Nasenbeinfraktur zu einer linksseitigen TW-Stenose mit konsekutiv rezidivierender Steinbildung geführt. Allgemeinanamnestisch waren neben einer abgeheilten Lungensarkoidose, Gallen-, Blasen- und Nierensteine bekannt, die jedoch nicht weiter analysiert wurden. Aufgrund der Kontamination des Tränenwegssteins mit Rachenflora war dieser nicht separat beurteilbar. Die Dakryozystographie zeigte sowohl vor als auch nach dem Spontanabgang des Dakryolithen eine Stenose des linken Ductus nasolacrimalis mit Verdacht auf einen erneuten bzw. persistierenden Dakryolithen. Vor kurzem berichtete die Patientin über einen weiteren achten Steinabgang. Sonographisch wies der Dakryolith eine zentrale, irregulär strukturierte Aushöhlung auf. Radiologisch (22 kV) war kein röntgendichtes Material erkennbar. Eine Elementanalyse erbrachte den Hinweis auf organisches Material, was mit Hilfe des REM bestätigt wurde (Kohlenstoff 71,5%, Stickstoff 8,8%, Sauerstoff 18,77%, Natrium 0,12%, Schwefel 0,39%, Kalium 0,29%). Desweiteren wurde der Stein per AAS weiter quantifiziert. Die Patientin wird in Kürze endonasal operativ versorgt, um einer erneuten Steinbildung vorzubeugen.




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