Nicht-infektiöse rezidivierende Dakryolithiasis nach Nasenbeinfraktur
Hübsch S., Schmidt W.
Universitäts-Augenklinik Gießen, Friedrichstr. 18, D-35392
Gießen
Einleitung: Dakryolithen sind selten und müssen differentialdiagnostisch
von anderen Ursachen der Tränenwegsstenosen abgegrenzt werden.
Material und Methoden: Ein spontan abgegangener Dakryolith wurde
histologisch, mittels Raster Elektronen Mikroskopie (REM) und mit bildgebenden
Verfahren (20-MHz-Sonographie, Mikro- Computertomographie) untersucht.
Eine Elementanalyse erfolgte durch die Atom-Absorptions-Spektrometrie
(AAS).
Kasuistik: Eine 40-jährige Patientin gab seit 3 Jahren rezidivierende
Epiphora, Schmerzen und Verhärtungen unterhalb des linken inneren
Lidwinkels an, die jeweils nach Spontanabgang eines Steines in den Rachen
nachließen. Bei der inzwischen siebten Episode konnte die Patientin
einen 3 x 20 mm grossen Dakyolithen kurz nach dessen Spontanabgang aus
dem Rachen sichern. Anamnestisch hatte vor 3 Jahren eine Nasenbeinfraktur
zu einer linksseitigen TW-Stenose mit konsekutiv rezidivierender Steinbildung
geführt. Allgemeinanamnestisch waren neben einer abgeheilten Lungensarkoidose,
Gallen-, Blasen- und Nierensteine bekannt, die jedoch nicht weiter analysiert
wurden. Aufgrund der Kontamination des Tränenwegssteins mit Rachenflora
war dieser nicht separat beurteilbar. Die Dakryozystographie zeigte sowohl
vor als auch nach dem Spontanabgang des Dakryolithen eine Stenose des
linken Ductus nasolacrimalis mit Verdacht auf einen erneuten bzw. persistierenden
Dakryolithen. Vor kurzem berichtete die Patientin über einen weiteren
achten Steinabgang. Sonographisch wies der Dakryolith eine zentrale, irregulär
strukturierte Aushöhlung auf. Radiologisch (22 kV) war kein röntgendichtes
Material erkennbar. Eine Elementanalyse erbrachte den Hinweis auf organisches
Material, was mit Hilfe des REM bestätigt wurde (Kohlenstoff 71,5%,
Stickstoff 8,8%, Sauerstoff 18,77%, Natrium 0,12%, Schwefel 0,39%, Kalium
0,29%). Desweiteren wurde der Stein per AAS weiter quantifiziert. Die
Patientin wird in Kürze endonasal operativ versorgt, um einer erneuten
Steinbildung vorzubeugen.
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