Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Die Epidemiologie und Charakterisierung von operativ versorgten perforierenden Augenverletzungen an einer Universitäts-Augenklinik

Jakobczyk-Zmija M., Spraul C. W., Stahl B., Wagner P., Lang G. K.

Universitäts-Augenklinik Ulm

Hintergrund: Ziel dieser Studie ist die Charakterisierung von perforierenden Augenverletzungen an einer Universitäts-Augenklinik. Hierbei sollen insbesondere die für die Visusentwicklung entscheidenden Parameteren herausgearbeitet werden, um so eine prognostische Einordnung zu ermöglichen.
Methode: Es wurden retrospektiv alle Unfälle mit perforierenden Augenverletzung, die in der Universitätsaugenklinik Ulm in den Jahren1990 bis 1994 versorgt wurden analysiert. Hierbei wurden jeweils folgende Charakteristika erfasst: Alter und Geschlecht der Verletzten, Tätigkeit bei der die Verletzung sich ereignete, Art der Verletzung in Bezug auf verletzte anatomische Strukturen, Komplikationen, Anzahl der notwendigen operativen Engriffen, Visusentwicklung und Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit.
Ergebnisse: In dieser Studie wurden 283 Augen mit perforierenden Verletzungen bei 280 Patienten untersucht. Das Risiko einer solchen Verletzung war unter den 21-bis- 30-jährigen Patienten (23%, n=65) und unter Männern (81%, n=228) am größten. Die meisten Verletzungen passierten zu Hause (n=161, 57%), gefolgt vom Arbeitsplatz (n=119, 43%). 47,4 % aller untersuchten Verletzungen beschränkten sich auf die vorderen Augenabschnitte und 52,6% betrafen die hinteren Augenabschnitte. Bei 59,0% war die Linse mitverletzt, bei 38,5% die Netzhaut beteiligt und bei 30,0% lag ein intraokularer Fremdkörper vor. Bei den Vorderabschnittsverletzungen lag ein signifikant besserer Endvisus (50% sahen bei der Entlassung 0,5 und besser) im Vergleich zu den Hinterabschnittsverletzungen (30,9% sahen bei Entlassung 0,5 und besser und 42,3% schlechter als 0,1).14 Augen wurden innerhalb von 2 Wochen nach der Verletzung enucleiert. Die Entwicklung einer sympathischen Ophthalmie wurde in unserer Studie nicht beobachtet. Es zeigt sich im Beobachtungszeitraum eine Abnahme der Phtisisentwicklung sowie der Enuckleationshäufigkeit.
Schlußfolgerungen: Perforierende Augenverletzungen sind nach wie vor eine wichtige Ursache für eine vermeidbare meist monokulare Visusreduktion, wobei über die Hälfte dieser Verletzungen sich zu Hause ereignen. Die Darstellung der häufigsten Gefahrenquellen in Bezug auf perforierende Augenverletzungen soll der Prävention derartiger Verletzungen dienen. Dies gilt im besonderen Maß für die Gruppe von Verletzungen, die sich im Rahmen der Berufsausübung ereignen, sowie bei Sport- und Freizeitaktivitäten, als auch im Straßenverkehr. Trotz verbesserten Operationstechniken und Einführung der pars-plana-Vitrektomie bleibt die Prognose bei perforierenden Augenverletzungen unsicher. Es zeigt sich im Beobachtungszeitraum eine Abnahme der Phthisisentwicklung sowie der Enukleationshäufigkeit. Diese Studie konnte die Bedeutung des "Ocular Trauma Classification Systems" für die Prognose der perforierenden Verletzungen bestätigen.




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