Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Retinale Vaskulitis bei V.a. systemischem Lupus erythematodes

Jalilzadeh R., Weinand F.

Zentrum für Augenheilkunde der Universität Gießen, Friedrichstraße 18, D- 35385 Gießen

Der SLE ist eine Autoimmunerkrankung unklarer Genese. Okuläre Manifestationen findet man an Lid, Konjunktiva, Chorioidea, Retina und N. Opticus, wobei die vaskulär bedingte Retinopathie die häufigste Form darstellt. Sie kann trotz Therapie bei einer ischämischen Verlaufsform zu einem massiven Visusabfall führen. Die Therapie besteht in diesem Stadium in einer maximalen immunsuppressiven Medikation.
Fallbericht: Im August 2000 stellte sich uns eine 51jährige Patientin, mit einer seit 1,5 Jahren bekannten Vaskulitis mit Polyneuropathie und sekundärem Hypertonus bei v.a. SLE vor. Sie klagte jetzt erstmalig seit 5 Tagen über Verschwommensehen und eine Visusreduktion rechts auf 1,0 und links auf 0,3. Die Patientin bot beidseits mit Cotton wool spots und intraretinalen Blutungen das Bild einer Vaskulitis, wobei links auch die Makula betroffen war. Wir erhöhten die systemische Cortisonerhaltungsdosis von 4 mg auf zunächst 100 mg/die. Der Befund wurde fluoreszenzangiographisch dokumentiert.
Ergebnisse: Trotz hochdosierter systemischer Cortisontherapie kam es im Verlauf zu einer deutlichen Zunahme der vaskulär bedingten Retinopathie und einer beidseitigen Visusabnahme auf 0,3. Zwei Wochen nach Therapiebeginn bekam die Patientin ein akutes Nierenversagen und wurde dialysepflichtig. Die Nierenbiopsie ergab ein nekrotisierende Vaskulitis. Unter stationärer immunsuppressiver Therapie mit Cyclophosphamid und Prednisolon (jeweils 100 mg/die) und nach Durchführung einer Plasmapherese kam es zu einer schnellen Verbesserung der Situation. Bis zum Januar 2001 hatte sich der Visus auf rechts 0,8 und links 0,5 erhöht unter vollständigem Verschwinden der Cotton wool spots und Netzhautblutungen. Mit einer Cortisonerhaltungsdosis von 20 mg/die ist der Befund seit ca. einen halben Jahr stabil.
Schlußfolgerung: Bei SLE ist mit einer den Visus massiv beeinträchtigenden vaskulär bedingten Retinopathie zu rechnen, die eine rechtzeitige immunsuppressive Therapie erfordert. Daneben kann eine Plasmapherese den Verlauf in der akuten Phase günstig beeinflussen.




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