Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Empedobacter brevis als Ursache einer Endophthalmitis-Endemie

Janknecht P., Neß T., Schneider C. M.

Universitäts-Klinikum Freiburg

Hintergrund: Die Überweisung von 12 Patienten, denen am gleichen Tag im selben Krankenhaus vom selbem Operateur die Katarakt entfernt worden war, erlaubte uns, die unterschiedlichen Reaktionen der Augen auf ein und denselben Keim zu untersuchen. Als Erreger fand sich Empedobacter brevis, ein Wasser- und Bodenkeim, der nach bisherigem Wissen noch nie zur Infektion menschlicher Augen geführt hat.
Patienten und Methode: Die Patientendaten wurden prospektiv erhoben und die Patienten, falls möglich, bei uns oder durch den Augenarzt im Mittel 357 Tage (Bereich 166-452 Tage) postoperativ nachuntersucht. Es wurde eine Umgebungsuntersuchung der zuweisenden Institution vorgenommen.
Ergebnisse: 5 Männer und 7 Frauen (Durchschnittsalter 75 Jahre) entwickelten 1 bis 6 Tage nach einer komplikationslosen Kataraktoperation eine Endophthalmitis. Die Patienten reagierten sehr unterschiedlich auf die Infektion. E. brevis fand sich in der Vorderkammer bei 45,5% (5/11 Erstoperationen) und im Glaskörper bei 87,5% (7/8 Erstoperationen). Bei den Patienten wurde die Vorderkammer gespült und/oder eine Vitrektomie ± Linsenentfernung vorgenommen. Die durchschnittliche Sehschärfe stieg von präoperativ 0,02 auf postoperativ 0,46 an. Proben aus Spüllösungen, aus Wasserleitungen sowie aus dem Phako-Gerät ergaben keinen Hinweis auf eine Infektionsquelle.
Schlußfolgerungen: Die Patienten reagierten recht unterschiedlich auf die Inokulation mit demselben Keim. Dies mag an der jeweils unterschiedlichen Keimmenge, aber auch an einer individuellen Disposition liegen. E. brevis ist zwar bisher noch nicht als Erreger einer Infektion beim Menschen aufgetreten, ist aber potentiell humanpathogen und muß offensichtlich Erreger einer Endophthalmitis in Betracht gezoegen werden.




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