Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Silikonölentfernung: Sehschärfe, anatomisches Ergebnis und Komplikationen

Jiang F. G., Krause M., Hille K., Spang S., Ruprecht K. W.

Universitäts-Augenklinik, Universität des Saarlandes, Homburg, Deutschland

Gegenstand: Die Auswirkungen der Silikonölentfernung (SOR) auf Sehschärfe (VA), anatomisches Ergebnis and Komplikationen wurde untersucht.
Methodik: 94 Augen von 92 Patienten unserer Klinik wurden zwischen 1996 bis 2000 konsekutiv in die vorliegende retrospektive Studie eingeschlossen. Bei allen Patienten wurde zunächst vitreoretinale Chirurgie mit Silikonöl durchgeführt und später das Silikonöl entfernt. Vor und zu verschiedenen Zeitpunkten nach SOR wurden umfassende ophthalmologische Untersuchungen durchgeführt, u.a. die Bestimmung der bestkorrigierten Sehschärfe, Augendruckmessung, Spaltlampenuntersuchungen sowie binokulare Fundusuntersuchungen.
Ergebnisse: 70 Augen (74%) hatten eine VA = 0.02 bei der letzten Untersuchung. Die VA stieg bei 52/94 Augen (55%) an und fiel bei 30/94 Augen (32%) ab, wenn die VA vor SOR zum Vergleich herangezogen wurde. Die Zahl der Augen mit Visusanstieg lag signifikant über derjenigen mit Visusabfall (p<0.01). Ein anatomisch erfolgreiches Endergebnis wurde bei 93/94 Augen (99%) erzielt, während ein Auge enukleiert werden mußte. 19 von 94 Augen (20%) hatten wiederholte Netzhautablösungen (RD) nach SOR. Die VA dieser Augen stieg bei 5/19 Augen (26%) an und nahm bei 11/19 Augen (58%) ab. Die Zahl der Augen mit Visusabfall lag signifikant über derjenigen mit Visusanstieg (p<0.01). Bei allen 19 Augen mit wiederholter RD wurde durch zusätzliche chirurgische Eingriffe schließlich eine Wiederanlage der Netzhaut erreicht. Die Inzidenz von Hypertonie und Keratopathie vor SOR betrug 59% und 27% und fiel nach SOR signifikant auf 18% und 6% ab (p<0.01). In Gegensatz dazu nahm die Hypotonieinzidenz um den Faktor 2.3 zu (p<0.01).
Schlußfolgerung: Bei der Mehrzahl der Augen wurde ein Anstieg der Sehschärfe beobachtet. Die Rate des anatomischen Erfolges war bei der zuletzt durchgeführten Kontrolle sehr hoch. Nach SOR war die Inzidenz von Hypertonie und Keratopathie reduziert, jedoch wurde auch eine erhebliche Zahl rezidivierender Netzhautablösungen mit einer Abnahme der mittleren VA beobachtet. Die Indikation zur SOR sollte deshalb vom Einzelfall abhängig gemacht werden.




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