Silikonölentfernung: Sehschärfe, anatomisches Ergebnis und
Komplikationen
Jiang F. G., Krause M., Hille K., Spang S., Ruprecht K. W.
Universitäts-Augenklinik, Universität des Saarlandes, Homburg,
Deutschland
Gegenstand: Die Auswirkungen der Silikonölentfernung (SOR)
auf Sehschärfe (VA), anatomisches Ergebnis and Komplikationen wurde
untersucht.
Methodik: 94 Augen von 92 Patienten unserer Klinik wurden zwischen
1996 bis 2000 konsekutiv in die vorliegende retrospektive Studie eingeschlossen.
Bei allen Patienten wurde zunächst vitreoretinale Chirurgie mit Silikonöl
durchgeführt und später das Silikonöl entfernt. Vor und
zu verschiedenen Zeitpunkten nach SOR wurden umfassende ophthalmologische
Untersuchungen durchgeführt, u.a. die Bestimmung der bestkorrigierten
Sehschärfe, Augendruckmessung, Spaltlampenuntersuchungen sowie binokulare
Fundusuntersuchungen.
Ergebnisse: 70 Augen (74%) hatten eine VA = 0.02 bei der letzten
Untersuchung. Die VA stieg bei 52/94 Augen (55%) an und fiel bei 30/94
Augen (32%) ab, wenn die VA vor SOR zum Vergleich herangezogen wurde.
Die Zahl der Augen mit Visusanstieg lag signifikant über derjenigen
mit Visusabfall (p<0.01). Ein anatomisch erfolgreiches Endergebnis
wurde bei 93/94 Augen (99%) erzielt, während ein Auge enukleiert
werden mußte. 19 von 94 Augen (20%) hatten wiederholte Netzhautablösungen
(RD) nach SOR. Die VA dieser Augen stieg bei 5/19 Augen (26%) an und nahm
bei 11/19 Augen (58%) ab. Die Zahl der Augen mit Visusabfall lag signifikant
über derjenigen mit Visusanstieg (p<0.01). Bei allen 19 Augen
mit wiederholter RD wurde durch zusätzliche chirurgische Eingriffe
schließlich eine Wiederanlage der Netzhaut erreicht. Die Inzidenz
von Hypertonie und Keratopathie vor SOR betrug 59% und 27% und fiel nach
SOR signifikant auf 18% und 6% ab (p<0.01). In Gegensatz dazu nahm
die Hypotonieinzidenz um den Faktor 2.3 zu (p<0.01).
Schlußfolgerung: Bei der Mehrzahl der Augen wurde ein Anstieg
der Sehschärfe beobachtet. Die Rate des anatomischen Erfolges war
bei der zuletzt durchgeführten Kontrolle sehr hoch. Nach SOR war
die Inzidenz von Hypertonie und Keratopathie reduziert, jedoch wurde auch
eine erhebliche Zahl rezidivierender Netzhautablösungen mit einer
Abnahme der mittleren VA beobachtet. Die Indikation zur SOR sollte deshalb
vom Einzelfall abhängig gemacht werden.
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