Häufigkeit von immunologischen Transplantatreaktionen nach allogenen
perforierenden Keratoplastiken
1Jonas J. B., 2Rank R., 2Budde W. M.
1Universitäts-Augenklinik, Fakultät für Klinische Mannheim
der Universität Heidelberg, Mannheim, 2Augenklinik mit Poliklinik,
Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Hintergrund: Die Häufigkeit von immunologischen Transplantatreaktionen
und deren Risikofaktoren nach allogenen perforierenden Keratoplastiken
zu untersuchen.
Patienten und Methoden: Die retrospektive klinische interventionelle
Studie umfaßte 342 Patienten, bei denen konsekutiv eine allogene
perforierende Keratoplastik durch den gleichen Operateur im Studienzeitraum
von 1989 bis 1997 durchgeführt wurde, und bei denen die Nachbeobachtungsperiode
mindestens 12 Monate (MW ± SA: 31,3 ± 18,7 Monate) betrug.
Ergebnisse: Eine immunologische Transplantatreaktion wurde in 47
Patienten (47/342=13,7%) erkannt. Statistisch signifikante Risikofaktoren
(P<0,05) für die Entwicklung einer immunologischen Transplantatreaktion
waren Fadenlockerung, und präoperative und postoperative Hornhautvaskularisation.
Die Häufigkeit einer immunologischen Transplantatreaktion war statistisch
unabhängig (P>0,05) von den in der Studie verwendeten Transplantatdurchmessern,
Alter, Geschlecht, und Seite des operierten Auges, HLA-Typisierung, Alter
und Konservierungsdaten des in der Studie verwendeten Spendermaterials.
75% (35/47) aller Transplantatreaktionen wurden innerhalb der ersten 2,5
Jahre nach der Operation erkannt. 12% (6/47) aller Transplantatreaktionen
wurden mehr als 4 Jahre nach einer Keratoplastik beobachtet. Unter intensiver
Steroidtherapie klarten 44 der 47 (44/47=94%) Transplantate mit immunologischer
Reaktion wieder auf.
Schlußfolgerungen: Immunologische Transplantatreaktionen
können in 14% von Patienten nach allogener perforierender Keratoplastik
auftreten. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Fadenlockerung, und präoperative
und postoperative Hornhautvaskularisation. Transplantatdurchmesser innerhalb
der in der Studie verwendeten Maße, HLA-Typisierung, Alter des Spenders
und Konservierungsdaten des Spendermaterials innerhalb der in der Studie
verwendeten Werte spielen wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle als
Risikofaktor für eine immunologische Transplantatreaktion. Mehr als
10% von immunologischen Transplantatreaktionen können mehr als 4
Jahre postoperativ auftreten. Unter intensiver Steroid Behandlung kann
bei rechtzeitigen Beginn die Transparenz des Transplantates in der Mehrzahl
der Patienten wiedererlangt werden.
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