Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Häufigkeit von immunologischen Transplantatreaktionen nach allogenen perforierenden Keratoplastiken

1Jonas J. B., 2Rank R., 2Budde W. M.

1Universitäts-Augenklinik, Fakultät für Klinische Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, 2Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Hintergrund: Die Häufigkeit von immunologischen Transplantatreaktionen und deren Risikofaktoren nach allogenen perforierenden Keratoplastiken zu untersuchen.
Patienten und Methoden: Die retrospektive klinische interventionelle Studie umfaßte 342 Patienten, bei denen konsekutiv eine allogene perforierende Keratoplastik durch den gleichen Operateur im Studienzeitraum von 1989 bis 1997 durchgeführt wurde, und bei denen die Nachbeobachtungsperiode mindestens 12 Monate (MW ± SA: 31,3 ± 18,7 Monate) betrug.
Ergebnisse: Eine immunologische Transplantatreaktion wurde in 47 Patienten (47/342=13,7%) erkannt. Statistisch signifikante Risikofaktoren (P<0,05) für die Entwicklung einer immunologischen Transplantatreaktion waren Fadenlockerung, und präoperative und postoperative Hornhautvaskularisation. Die Häufigkeit einer immunologischen Transplantatreaktion war statistisch unabhängig (P>0,05) von den in der Studie verwendeten Transplantatdurchmessern, Alter, Geschlecht, und Seite des operierten Auges, HLA-Typisierung, Alter und Konservierungsdaten des in der Studie verwendeten Spendermaterials. 75% (35/47) aller Transplantatreaktionen wurden innerhalb der ersten 2,5 Jahre nach der Operation erkannt. 12% (6/47) aller Transplantatreaktionen wurden mehr als 4 Jahre nach einer Keratoplastik beobachtet. Unter intensiver Steroidtherapie klarten 44 der 47 (44/47=94%) Transplantate mit immunologischer Reaktion wieder auf.
Schlußfolgerungen: Immunologische Transplantatreaktionen können in 14% von Patienten nach allogener perforierender Keratoplastik auftreten. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Fadenlockerung, und präoperative und postoperative Hornhautvaskularisation. Transplantatdurchmesser innerhalb der in der Studie verwendeten Maße, HLA-Typisierung, Alter des Spenders und Konservierungsdaten des Spendermaterials innerhalb der in der Studie verwendeten Werte spielen wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle als Risikofaktor für eine immunologische Transplantatreaktion. Mehr als 10% von immunologischen Transplantatreaktionen können mehr als 4 Jahre postoperativ auftreten. Unter intensiver Steroid Behandlung kann bei rechtzeitigen Beginn die Transparenz des Transplantates in der Mehrzahl der Patienten wiedererlangt werden.




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