Tektonische Sklerokeratoplastik und tektonische perforierende Keratoplastik
als Behandlung für perforierte oder prädescemetale Hornhautulzera
1,2Jonas J. B., 1Rank R. M., 1Budde W. M.
1Augenklinik mit Poliklinik der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen, Schwabachanlge 6, 91054 Erlangen; 2Universitäts-Augenklinik
der Fakultät für klinische Medizin Mannheim der Universität
Heidelberg
Hintergrund: Ziel der Studie war, das klinische Ergebnis von Patienten
mit perforierten oder prä-descemetalen Hornhautulzera zu untersuchen,
die durch eine tektonische, zentrale oder exzentrische, perforierende
Keratoplastik oder durch eine tektonische Sklerokeratoplastik behandelt
worden waren.
Methoden: Die nicht randomisierte klinische Studie beinhaltete
60 Patienten (60 Augen) mit perforierten oder prä-descemetalen Hornhautulzera,
die konsekutiv durch den gleichen Operateur behandelt wurden. Bei 52 Patienten
wurde eine tektonische, perforierende, zentrale oder exzentrische Keratoplastik
durchgeführt. Bei 8 Patienten mit paralimbalen Hornhautulzera wurde
eine tektonische Sklerokeratoplastik durchgeführt. Eine Kontrollgruppe
bestand aus 76 Patienten (76 Augen), bei denen elektiv eine zentrale perforierende
Keratoplastik zur Behandlung von inaktiven zentralen Hornhautnarben erfolgt
war.
Ergebnisse: In der Studiengruppe mit perforierten oder prä-descemetalen
Hornhautulzera reichte der best korrigierte postoperative Visus von Lichtperzeption
bis 0,80 (Median: 0,10), wobei 54 der 60 (54/60=90%) Patienten eine Verbesserung
des Visus erfuhren. In 10 Patienten (10/60=16.7%) mußte die tektonische
perforierende Keratoplastik wegen eines Ulkusrezidivs wiederholt werden.
Die Patienten mit Sklerokeratoplastik und die Patienten mit exzentrischer
Keratoplastik unterschieden sich nicht signifikant im klinischen Ergebnis
trotz größerer Trepandurchmesser und Hornhautläsionen
in der Sklerokeratoplastik- Gruppe. In der Studiengruppe, verglichen mit
der Kontrollgruppe, war der postoperative Visus signifikant (p=0,01) geringer,
waren der postoperative refraktive und keratometrische Astigmatismus signifikant
(p<0,05) höher, und traten eine i
mmunologische Transplantatreaktion (P=0,02) und Fadenlockerungen (P<0,001)
signifikant häufiger auf.
Schlußfolgerungen: Augen mit perforierten oder prä-descemetalen
Hornhautulzera können gewöhnlich durch eine tektonische Keratoplastik
oder eine Sklerokeratoplastik mit einem erkennbaren Rest von Sehkraft
erhalten werden. Im Zweifelsfall sollte man eine konservative Behandlung
eines Hornhautulkus mit später elektiv durchgeführter zentraler
Keratoplastik nach Abheilung des Ulkus einer Keratoplastik à chaud
vorziehen. Für bestimmte klinische Situationen stellt die Sklerokeratoplastik
eine Alternative zur Keratoplastik für die Behandlung von paralimbalen
Hornhautdefekten dar.
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