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| Abstract | 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin |
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| Zelluläre Aspekte der Pathophysiologie der diabetischen Retinopathie Joussen A. M. Abteilung für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, Universitä zu Köln, und Massachusetts Eye and Ear Infirmary, Harvard Medical School; Boston MA, USA In den letzten Jahren sind viele neue Erkenntnisse über die Wirkungsweise
von Wachstumsfaktoren und Adhäsionsmolekülen und die Folgen
der Hyperglykämie bei der diabetischen Retinopathie gewonnen worden.
Die Entwicklung einer rationalen Therapie, die in spezifische molekulare
Mechanismen eingreift, erfordert eine detaillierte Kenntnis derselben.
Diese Zusammenfassung beschäftigt sich mit den pathophysiologischen
Vorgängen und der therapeutischen Konsequenz derselben. Das retinale
Gefäßsystem von Menschen und Nagern mit Diabetes mellitus enthält
eine erhöhte Anzahl von Leukozyten. Die retinale Leukostase, d.h.
die Adhäsion von Leukozyten an der Gefäßwand, nimmt mit
der Diabetesdauer zu und ist zudem mit einer erhöhten Expression
des Adhäsionsmoleküls ICAM-1 verbunden. Die diabetische Gefäßleckage
und Minderperfusion sind sowohl lokal als auch temporär mit der retinalen
Leukostase assoziiert. Das Absterben von Endothelzellen geht bei der diabetischen
Retinopathie der Bildung azellulärer Kapillaren voraus, welche irreversible
retinale Ischämien und Schädigungen bedingen. Leukozyten diabetischer
Tiere induzieren eine Endothelzellapoptose und weisen eine erhöhte
Expression von FasL auf. Die Hemmung von Fas/FasL kann den Endothelzelltod
verhindern. Naheliegend scheint im Hinblick auf eine Verhinderung der
Leukozyten-Endothel-Interaktion die Anwendung einer allgemeinen antiinflammatorischen
Therapie zur Prävention der diabetischen Retinopathie. Hochdosiertes
Aspirin vermag die retinale Leukostase und die Expression von CD18, CD11a
und CD11b zu verhindern, indem es die NfKB Aktivierung über TNF-alpha
und folglich die Hochregulation von Adhäsionsmolekülen wie ICAM
oder CD18 verhindert. Wird ein selektiver COX-2 Blocker oder ein TNF-Antagonist
(Enbrel) hochdosiert verabreicht, so erhält man ähnliche Ergebnisse.
Die kausale Rolle von endogen gebildeten VEGF für die diabetischen
Veränderungen ist gesichert. VEGF spielt eine Rolle in der Induktion
von ICAM, in der Leukozytenadhäsion und in der Expression von eNOS
in der diabetischen Retina . Die Inhibition von VEGF könnte ein wichtiges
Behandlungskonzept in der Therapie früher diabetischer Veränderungen
sein. Daneben scheint eine neue Gruppe von Wachstumsfaktoren, die Angiopoietine,
die pathologische Interaktion zwischen Leukozyten, Endothelzellen und
Perizyten entscheidend mit zu bestimmen. Im Tiermodell beeinflusst Angiopoietin-1
in vivo nicht nur die Perizyten-Endothel-Interaktion, sondern reduziert
auch die diabetische Leukostase und den Endothelzelltod. Zusammenfassend
heben diese Untersuchungen den Einfluss inflammatorischer Faktoren auf
die Entstehung der diabetischen Retinopathie hervor. Um diese pathogenetischen
Erkenntnisse in eine klinisch nutzbare Therapie umzusetzen bedarf es weiterer
Untersuchungen zu geeigneten pharmakologischen Darreichungsformen. |
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