Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Retrobulbäre Neuritis des Sehnerven mit atypischem Gesichtsfeldausfall

Juvan V., Juhn-Juvan I.

Augenabteilung, Allg. Krankenhaus, Meštroviceva b.b., HR-42000 Varaždin

Einleitung: Ein Fall von retrobulbärer optischer Neuritis mit leichter Sehschärfenminderung und einer monokularen, vorwiegend nasalen Hemianopsie wird beschrieben. Der Gesichtsfeldausfall hat sich im Laufe der Krankheit auf kortikosteroide Behandlung schrittweise bis zur vollständigen Erholung gebessert, was durch perimetrische Befunde belegt wird. Im Muster-VEP fand man eine verlängerte Latenz der P1 Welle was zugunsten einer MS Pathologie spricht. Unseres Wissens ist ein solcher Gesichtsfeldausfall atypisch und selten bei retrobulbärer Neuritis.
Fallbericht: Der Patient klagte über einen halbseitigen nasalen Gesichtsfeldausfall und Sehschärfenminderung am linken Auge. Rechtes Auge war symptomfrei. Es wurde eine leichte Visusminderung am linken Auge auf 0,7 c.c. festgestellt, Augenhintergrund und Augendruck waren beiderseits regelrecht. Mittels automatisierter Perimetrie (Octopus 1-2-3, G1) wurden bogenformige Gesichtsfeldausfälle am linken Auge festgestellt die nasal viel stärker ausgeprägt waren, bis zu absolutem Skotom, mit ziemlich scharfer vertikaler Begrenzung zum übrigen Gesichtsfeld. Die Perimetrie des anderen Auges wies einige kleinere relative Skotome auf. Die Echographie zeigte eine Doppelkontur des befallenen Sehnerven im BBild, die Biometrie des Sehnerven zeigte keinen signifikanten Unterschied zum anderen Auge. Muster-VEP, ausgeführt noch während der Behandlung, zeigte beidseitig signifikant verlängerte Latenz der P1 Welle (RA 115,2 ms, LA 120,0 ms) sowie verminderte Amplituden am linken Auge. Durch Kortikosteroidengabe in hoher Dosis wurde eine Besserung bis zur vollständigen Normalisierung des Gesichtsfeldes erreicht. NMRUntersuchung bestätigte die Vermutung über MS als Ursache der Krankheit.
Diskussion: Bekanntlich sind die Gesichtsfeldausfälle bei retrobulbären Neuritiden meistens zentral und zentrozäkal, manchmal besteht noch dazu periphere Einengung, seltener sind sie bogenförmig und ausnahmsweise hemianoptisch. Abschließend wird die differenzialdiagnostische Abgrenzung zu ischämischen, kompressiven und toxischen Optikoneuropathien erortert.




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