Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Augenverletzungen durch spontan explodierende Getränkeflaschen - ein Bericht über drei Patienten

Kaskel S., Höh H.

Augenklinik, Klinikum Neubrandenburg

Hintergrund: Kohlensäurehaltige gläserne Getränkeflaschen stehen unter erheblichem Innendruck und können spontan explodieren. Die Gefahr möglicher Augenschädigungen ist in der Bevölkerung weitgehend unbekannt.
Patienten: Zwischen Februar 1996 und Oktober 2000 behandelten wir drei Patienten stationär aufgrund perforierender Augenverletzungen durch explodierende Getränkeflaschen. Dabei handelte es sich um zwei Kinder von zweidreiviertel und drei Jahren und einen 47-jährigen Erwachsenen. Bei den beiden Kleinkindern war jeweils eine Flasche spontan in der Hand explodiert. Der Erwachsene erlitt die Verletzung, als er eine Colaflasche im Supermarkt aus dem Einkaufswagen nehmen wollte. Die Verletzungsmonate waren Oktober, Februar und Juli. Bei einem notfallchirurgischen Einzugsgebiet unserer Klinik von etwa 200.000 Menschen ergeben sich hochgerechnet auf Deutschland etwa 244 schwere Augenverletzungen/anno durch explodierende Getränkeflaschen.
Ergebnisse: Ein Kind erlitt eine schwere HH-Sklera-Schnittverletzung mit Durchtrennung von Ober- und Unterlidkante; nach Primärversorgung und zwei glaskörperchirurgischen Eingriffen besteht ein Visus von HBW. Bei dem zweiten Kind wurde nach Versorgung einer Skleraschnittverletzung mit Glaskörperprolaps ein Visus von 0,4 erreicht. Bei dem 47-jährigen wurde eine zentrale Hornhautschnittwunde operativ versorgt; der Visus beträgt mit bester Korrektur 0,08.
Schlußfolgerungen: Spontan explodierende Getränkeflaschen können bei Erwachsenen und - wegen der geringen Entfernung zwischen Hand und Auge - insbesondere bei Kleinkindern zu schweren perforierenden Augenverletzungen mit dauerhafter Beeinträchtigung des Sehvermögens führen. Die Verletzungen hätten vermieden werden können, wenn - wie schon seit Jahrzehnten gefordert - nur explosionsgeschützte Flaschen verfügbar wären.




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