Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Irisdiaphragma bei Hypotoniesyndrom, eine Bestandsaufnahme

Keller G. K. I., Dahlke C., Kuckelkorn R., Schrage N. F.

Universitätsaugenklinik der RWTH Aachen

Hintergrund: Bei einem partiellen oder vollständigen Verlust der Iris führt eine Silikonöltamponade häufig zu einer Keratopathie. Künstliche Irisdiaphragmata können eine solche Komplikation vermeiden. Bei hypotonen Augen ist dabei, wegen der unzureichenden Kammerwasserproduktion, eine Silikonöltamponade in Kombination mit einem geschlossenes Diaphragma notwendig.
Methode: In dieser retrospektiven Studie wurden die Verläufe von 41 Patienten (41 Augen) untersucht, die im Zeitraum von 1996 - 2000 nach Silikonölchirurgie mit einem geschlossenen Diaphragma versorgt wurden. Alle 41 Augen waren aphak. Die verschiedenen Diagnosen schlossen Trauma (22 Augen, 53,7 %), PVR-Amotio (12 Augen, 29,3 %), schwere Uveitis (4 Augen, 9,8 %) und schwere proliferative diabetische Retinopathien (3 Augen, 7,3 %) ein. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug im Mittel 12,2 Monate (1 Woche- 40 Monate)
Ergebnisse: Bei 25 Augen (60,9 %) wurde das Silikonöl hinter dem Diaphragma zurückgehalten. Bei 14 Augen (32,4 %) trat das Silikonöl vor das Irisdiaphragma und war mit einer Abflachung der Vorderkammer verbunden. Bei 2 Augen (4,9 %) war wegen der getrübten Hornhaut eine Beurteilung des Silikonölstands nicht möglich. Insgesamt entwickelten 8 Augen (19,5 %) eine Hornhauttrübung, da es zu einer Abflachung der Vorderkammer mit Hornhaut- Silikonölkontakt gekommen war. Eine Verschlechterung der Hornhautsituation insgesamt sah man bei 11 Augen (26,9%). Als Langzeitkomplikation zeigten sich eine weiterhin bestehende Hypotonie (£ 5 mm Hg) bei 29 Augen (70,8 %), Fibrinreaktionen bei 13 Augen (31,7 %) bis hin zur Ausbildung von Fibrinplatten (9 Augen, 21,9 %). Der Visus blieb bei 35 Augen (85,5 %) gleich, verbesserte sich bei keinem Auge und verschlechterte sich in 5 Augen (12,2 %) (Fehlende Daten = 1).
Schlußfolgerung: Trotz aller Komplikationen stellt das künstliche Irisdiaphragma einen Fortschritt zum Erhalt schwersttraumatisierter Augen dar, wenngleich eine persistierende Hypotonie bei 29 Augen (70,8 %) fortbesteht. Ein Silikonöl-Hornhaut-Endothelkontakt wird in 25 Augen (60,9 %) im Beobachtungszeitraum verhindert. Die Entwicklung einer verbesserten Abdichtung am Übergang des Irisdiaphragmas zur Bulbuswand ist wünschenswert.




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