Irisdiaphragma bei Hypotoniesyndrom, eine Bestandsaufnahme
Keller G. K. I., Dahlke C., Kuckelkorn R., Schrage N. F.
Universitätsaugenklinik der RWTH Aachen
Hintergrund: Bei einem partiellen oder vollständigen Verlust
der Iris führt eine Silikonöltamponade häufig zu einer
Keratopathie. Künstliche Irisdiaphragmata können eine solche
Komplikation vermeiden. Bei hypotonen Augen ist dabei, wegen der unzureichenden
Kammerwasserproduktion, eine Silikonöltamponade in Kombination mit
einem geschlossenes Diaphragma notwendig.
Methode: In dieser retrospektiven Studie wurden die Verläufe
von 41 Patienten (41 Augen) untersucht, die im Zeitraum von 1996 - 2000
nach Silikonölchirurgie mit einem geschlossenen Diaphragma versorgt
wurden. Alle 41 Augen waren aphak. Die verschiedenen Diagnosen schlossen
Trauma (22 Augen, 53,7 %), PVR-Amotio (12 Augen, 29,3 %), schwere Uveitis
(4 Augen, 9,8 %) und schwere proliferative diabetische Retinopathien (3
Augen, 7,3 %) ein. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug im Mittel 12,2
Monate (1 Woche- 40 Monate)
Ergebnisse: Bei 25 Augen (60,9 %) wurde das Silikonöl hinter
dem Diaphragma zurückgehalten. Bei 14 Augen (32,4 %) trat das Silikonöl
vor das Irisdiaphragma und war mit einer Abflachung der Vorderkammer verbunden.
Bei 2 Augen (4,9 %) war wegen der getrübten Hornhaut eine Beurteilung
des Silikonölstands nicht möglich. Insgesamt entwickelten 8
Augen (19,5 %) eine Hornhauttrübung, da es zu einer Abflachung der
Vorderkammer mit Hornhaut- Silikonölkontakt gekommen war. Eine Verschlechterung
der Hornhautsituation insgesamt sah man bei 11 Augen (26,9%). Als Langzeitkomplikation
zeigten sich eine weiterhin bestehende Hypotonie (£ 5 mm Hg) bei
29 Augen (70,8 %), Fibrinreaktionen bei 13 Augen (31,7 %) bis hin zur
Ausbildung von Fibrinplatten (9 Augen, 21,9 %). Der Visus blieb bei 35
Augen (85,5 %) gleich, verbesserte sich bei keinem Auge und verschlechterte
sich in 5 Augen (12,2 %) (Fehlende Daten = 1).
Schlußfolgerung: Trotz aller Komplikationen stellt das künstliche
Irisdiaphragma einen Fortschritt zum Erhalt schwersttraumatisierter Augen
dar, wenngleich eine persistierende Hypotonie bei 29 Augen (70,8 %) fortbesteht.
Ein Silikonöl-Hornhaut-Endothelkontakt wird in 25 Augen (60,9 %)
im Beobachtungszeitraum verhindert. Die Entwicklung einer verbesserten
Abdichtung am Übergang des Irisdiaphragmas zur Bulbuswand ist wünschenswert.
|