Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Inzidenz der Pseudophakieablatio nach clear-cornea Phakoemulsifikation

Kirchner-Pauli E., Becker R., Pavlovic S.

Zentrum für Augenheilkunde, Gießen

Hintergrund: Zur Inzidenz der Pseudophakieablatio existieren in der Literatur unterschiedliche Angaben. Diese schwanken zwischen 0,3% und 3,6%. Da Angaben zur Inzidenz einer Pseudophakieablatio sowohl bei der OP-Aufklärung des Patienten als auch beispielsweise im Rahmen von Begutachtungen von Bedeutung sind, haben wir unser eigenes Krankengut aus dem Jahr 1996 betrachtet.
Patienten und Methode: 1996 wurden in der Univ.-Augenklinik Giessen 1449 Phakoemulsifikationen mit Intraokularlinsenimplantation durchgeführt. Dokumentiert wurden neben okulären Begleiterkrankungen die Bulbuslänge, event. intraop. Komplikationen, der Netzhautbefund direkt prä- und postop. sowie alle Besonderheiten. Bezüglich der Erfassung des längerfristigen postop. Verlaufes haben wir bisher für 207 Patienten (durchschnittliches Alter 78 Jahre, durchschnittliche Bulbuslänge 23,34mm, 243 Augen; Linsentypen: 175 Silikon-, 45 PMMA- und 23 Hydrogellinsen) Kontakt mit dem behandelnden Augenarzt aufgenommen. Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum betrug 3,2 Jahre.
Ergebnisse: Eines der bisher nachbeobachteten Augen hatte bereits eine Ablatio retinae mit operativer Versorgung vor der Phakoemulsifikation erlitten. Bei 4 Patienten fand sich am Partnerauge ein Zustand nach operativer Versorgung einer Ablatio retinae. 12 Augen wiesen eine periphere Netzhautdegeneration auf, die in 3 Fällen mittels Laserkoagulation präop. und in 7 Fällen postop. behandelt wurde. Bei 3 Augen kam es intraoperativ zur Hinterkapselruptur mit Glaskörperprolaps mit nachfolgender vorderer Vitrektomie. Die übrigen Operationen verliefen glatt. Bei 63 Augen wurde postop. eine YAG-Laserkapsulotomie durchgeführt. Kein bisher nachbeobachtetes Auge entwickelte eine Ablatio retinae.
Diskussion: Vergleicht man die Inzidenz der Pseudophakieablatio in unserem Krankengut des Jahres 1996 mit den Literaturangaben, so können wir mittels der bisher erhobenen Daten ein erhöhtes Risiko für eine Ablatio retinae nach Phakoemulsifikation nicht bestätigen.




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