Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Rolle verschiedener lasergestützter Untersuchungstechniken zur Erfassung der retinalen Nervenfaserschicht-Dicke

Klemm M.

Department of Ophthalmology, University Hamburg, Martinistr. 52, D - 20248 Hamburg

Einleitung: Neue lasergestützte Verfahren ermöglichen die quantitative Erfassung der retinalen Nervenfaserschicht (RNFS) in vivo. Erste glaukombedingte morphologische Schäden äußern sich in Veränderungen der RNFS-Dicke. Es stellt sich die Frage, inwieweit die RNFS-Dicke einen geeigneten Parameter für die Glaukomdiagnostik darstellt und wie zuverlässig die neuen Verfahren die retinale Nervenfaserschicht messen können.
Methoden: In einer prospektiven Studie wurde die RNFS-Dicke im Bereich einer zirkulären Kreislinie um die Papille bei gesunden und glaukomkranken Patienten gemessen. Die RNFS-Messungen wurden mit der Laser Scanning Tomographie (Heidelberg Retina Tomograph, HRT), mit der Laser Scanning Polarimetrie (Nerve Fiber Analyzer, NFA) und der optischen Kohärenztomographie (OCT) durchgeführt. Unter Berück-sichtigung histologisch nachgewiesener regionaler Dickenunterschiede wurden die RNFSDickenwerte außer über der Gesamtzirkumferenz auch abschnittsweise (superior, inferior, nasal und temporal) ermittelt.
Ergebnisse: Mit den drei Laserverfahren lassen sich die die histologisch nachgewiesenen charakteristischen RNFS-Dickenunterschiede der Papillennachbarschaft in vivo darstellen. Die RNFS-Dicke glaukomkranker Augen ist in der superioren und inferioren Region gegenüber jener gesunder Augen bei allen drei Verfahren signifikant niedriger (p < 0,05). Grenzwerte für die Unterscheidung zwischen gesunden und glaukomkranken Augen gab es nicht. Die Trefferquoten nach der diskriminanzanalytischen Klassifizierung liegen für das HRT bei 63%, NFA bei 69 % und OCT bei 73%.
Diskussion: Die Laser-Verfahren sind in der Lage, die RNFS-Dicke zu quantifizieren. Da die nun in-vivo-quantifizierbare RNFS-Dicke einen wichtigen Parameter für die Glaukomdiagnostik darstellt, steht mit den neuen Verfahren ein interessantes zusätzliches Diagnostikum zur Verfügung. Auch wenn die Bestimmung der RNFS-Dicke allein für eine Früherkennung der Glaukome nicht genügt, lassen die bisher gewonnenen Ergebnisse schon jetzt eine Bereicherung für die Glaukomdiagnostik erkennen.




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