Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Vision 2020: 100 Jahre Flussblindheit

Kluxen G.

Augenärztliche Gemeinschaftspraxis und Belegabteilung Krankenhaus Wermelskirchen

Hintergrund: Die ersten Untersucher der Onchozerkose in Afrika 1874 - 1930 stellten keine ernsthafte, die Erkrankung begleitende Augenerkrankung fest. Die Mitteilungen über Beobachtungen in Mittelamerika 1917/19 regten einige Tropenspezialisten an, auf Augenerkrankungen bei der afrikanischen Onchozerkose zu achten; aber es waren offensichtlich keine zur Erblindung führenden vorhanden. Erst 1930/31 stellte Hissette in einem Onchozerkoseherd am Sankuru/ Belgisch-Kongo fest, dass bis zu 20 % der Onchozerkosekranken dort blind waren und 50 % der Dorfbewohner unter Augenkomplikationen litten. Zwei Jahre später fand er einen weiteren Herd am Uéle mit der gleichen Pathologie.
Arbeitshypothese: Dabei wird der Frage nachgegangen, warum sich die afrikanische Flussblindheit so ungewöhnlich spät manifestierte und welche die Kriterien sind, dass sie bald besiegt werden wird. Die Fragen lauten: (1) Hatten die alten Tropenärzte die Flussblindheit übersehen ? (2) Könnte die noch zu geringe Verteilung und Dichte der Mikrofilarien im Körper der Erkrankten darüber entschieden haben, ob eine okuläre Onchozerkose auftrat oder nicht oder (3) waren die Mikrofilarien in eine aggressivere Art mutiert?
Ergebnisse: Zu allen drei Punkten der Arbeitshypothese gibt es zu bestätigende Hinweise. In der Zeit vor 1930 ist die afrikanische Onchozerkose nur ganz lokalisiert, nachweislich am Uéle, mit okulären Komplikationen vorgekommen. Der Grund dürfte gewesen sein, weil die Schwere der Erkrankung damals noch von Herd zu Herd variierte und/oder weil die einzelnen Individuen einen noch relativ geringen Mikrofilarienbefall aufwiesen.
Schlußfolgerung: Im Prinzip wird die Onchozerkose durch die laufenden Bekämpfungsmaßnahmen in den Zustand vor Auftreten der okulären Komplikationen zurückversetzt, auch wenn die Insektenvernichtung und die Massentherapie teilweise lückenhaft sind. Zur Blindheitsverhütung scheint dies auszureichen, wenn auch die Onchozerkose damit nicht ausgeheilt sein wird. Bis 2030 werden nur noch wenige der heutigen Flussblinden übrig geblieben sein, und das Problem der Flussblindheit dürfte bis dahin der Vergangenheit angehören.



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