Beinahe Erblindung nach LASIK
Knapp C., Mittelviefhaus H.
Universitäts-Augenklinik, Killianstraße 5, 79106 Freiburg
Einleitung: Die Laser in situ Keratomileusis (LASIK) wird bis
zu einer Myopie von -10 dpt als wissenschaftlich anerkanntes und sicheres
Operationsverfahren bezeichnet. Wir berichten über einen 34-jährigen
Patienten, bei dem es nach LASIK beidseits zu einem ausgeprägten
Visusabfall und Gesichtsfeldverlust kam.
Kasuistik: Der Patient wurde uns 12/2000 wegen einer ungewöhnlichen,
diffusen beidseitigen Hornhauttrübung und sekundären Augendrucksteigerung
nach LASIK überwiesen. 9/1999 war beidseits eine LASIK vorausgegangen.
Praeoperative Refraktion rechts -8,5-1,75/90°, links -7,0-3,50 /80°.
Intraoperativ war es beidseits zu einer Erosio gekommen. Diese war mit
therapeutischen Kontaktlinsen behandelt worden. In der Folge hatte sich
beidseits eine diffuse lamelläre Keratopathie entwickelt, die mit
Steroiden behandelt wurde. Der Augendruck stieg auf 30 mmHg. Die interstitielle
Hornhauttrübung blieb unverändert. Nach beidseitiger Spülung
des Interface und Umstellung auf nichtsteroidale Antiphlogistika klarte
die Hornhaut auf, es wurde ein normaler Augendruck gemessen. 5/2000 betrug
der Visus s.c. rechts 0,63, links 0,8. 7/2000 fiel der Visus beidseits
bei wechselhaft ausgeprägter Keratopathia superficialis punctata,
fortschreitender interstitieller Hornhauttrübung und zunehmenden
bullösen Veränderungen bei normalem Augendruck ab. 11/2000 waren
tiefere Augenabschnitte aufgrund der Keratopathie nicht mehr beurteilbar.
Die Sehschärfe war beidseits auf 0,05 abgesunken, der Augendruck
wieder auf ca. 40 mmHg angestiegen. Bei der Erstuntersuchung im Dezember
2000 fanden wir fortgeschrittene Papillen- und Gesichtsfeldschäden
und eine zum großen Teil bullöse Hornhauttrübung bei deutlich
erhöhtem Augendruck. Während die Hornhaut beidseits nach Zyklophotokoagulation
langsam aufklarte, verfiel das Gesichtsfeld trotz effektiver Augendrucksenkung
bis auf zentrale Gesichtsfeldinseln von 10 bis 15°. Ursache der dramatischen
Gesichtsfeld- und Visusverschlechterung ist wahrscheinlich ein aufgrund
der ausgeprägten Keratopathie unerkanntes steroidinduziertes Sekundärglaukom.
Zusammenfassung: In Einzelfällen können Komplikationen
nach LASIK nicht nur zu Verkehrsuntauglichkeit und Berufsunfähigkeit
sondern auch nahezu bis zur Erblindung führen. Dies sollte bei der
Aufklärung berücksichtigt werden.
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