Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Kosteneffektivität von orthoptischen Siebtests im Kindergarten: Modellrechnung für das bundesdeutsche Bevölkerungsniveau auf Grundlage empirischer Daten

1König H. H., 2Barry J. C.

1Abt. Gesundheitsökonomie, Universität Ulm, Helmholtzstr. 22, D-89081 Ulm; 2Universitäts-Augenklinik Abt. II, UKT, Schleichstr. 12-16, D-72076 Tübingen

Zielsetzung: Die Durchführung von orthoptischen Siebtests im Kindergarten ist eine Option zur Verbesserung der Früherkennung von unbehandelten Amblyopien. Ziel der Studie ist die Abschätzung der Kosten und Effekte der Einführung einer orthoptischen Reihenuntersuchung in allen deutschen Kindergärten.
Methoden: Es wurden entscheidungsanalytische Modellrechnungen für zwei Screeningpopulationen durchgeführt: alle Kindergartenkinder im Alter von 3 Jahren (A) bzw. 3 oder 4 Jahren (B). Daten zur Prävalenz der unbehandelten Amblyopie, zu den Testeigenschaften und den Kosten der orthoptischen Siebtests sowie zu Partizipation, Kooperation und Compliance mit der augenärztlichen Untersuchung wurden aus einer eigenen Feldstudie gewonnen, in der 1.180 dreijährige Kindern in 121 Kindergärten orthoptisch untersucht wurden. Daten zur Screeningpopulation und der Anzahl der Kindergärten in Deutschland stammen vom Statistischen Bundesamt. Unsichere Annahmen wurden in Sensitivitätsanalysen geprüft.
Ergebnisse: In der Screeningpopulation der dreijährigen Kindergartenkinder (A) können durch die orthoptische Reihenuntersuchung jährlich 7.207 unbehandelte Amblyopiefälle entdeckt werden. Dies entspricht 79% der unter den dreijährigen Kindergartenkindern bzw. 43% der in dieser Altersgruppe insgesamt zu erwartenden unbehandelten Amblyopiefälle. Es entstehen Kosten von insgesamt 7,3 Mio. Euro/Jahr. Die Kosteneffektivitätsrelation (KER) liegt bei 1.007 Euro je entdecktem Fall. Durch Ausweitung der Screeningpopulation auf vierjährige Kindergartenkinder (B) können 3.916 zusätzliche Fälle entdeckt werden. Dadurch können insgesamt 66% aller unbehandelten Amblyopiefälle einer Alterskohorte endeckt werden. Es entstehen zusätzliche Kosten von 1,9 Mio. Euro. Die durchschnittliche KER liegt bei 827 Euro je entdecktem Fall, die inkrementelle KER gegenüber (A) liegt bei 497 Euro je zusätzlich entdecktem Fall.
Schlußfolgerungen: Die entscheidungsanalytische Modellrechnung erbrachte stabile Ergebnisse. Die ermittelten Kosten und Effekte liegen in einem Bereich, der eine positive gesundheitspolitische Wertung möglich erscheinen lässt. Förderkennzeichen: UKT fortüne 447;



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