Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Beeinflußt eine einmalige Neosynephrin 10% Augentropfenapplikation die Durchmesser retinaler Arterien?

1Kotliar K. E., 2Vilser W., 1Lanzl I. M.

1Augenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar der TU München, München; 2 Technische Universität Ilmenau, Ilmenau.

Hintergrund: Neosynephrin als Sympatomimetikum ist in der Augenheilkunde als Mydriatikum weit verbereitet. Bei der Substanz handelt sich außerdem um ein potentes Vasokonstriktivum, wie an der Weißfärbung der Bindehaut nach Applikation zu erkennen ist. Wir untersuchen in dieser Studie, ob eine einmalige Applikation von Neosynephrin 10% Augentropfen die Durchmesser retinaler Astarterien verändert.
Methoden: Durchmesser retinaler Astarterien von 30 gesunden jungen Probanden wurden mittels Retinal Vessel Analyzer (RVA) automatisch on-line erfaßt und im Zeitverlauf untersucht. Nach dem Eintropfen von Neosynephrin 10% in ein zufällig gewähltes Auge wurde der Verlauf der Gefäßdurchmesser während insgesamt 28 Minuten erfaßt. Während der Untersuchung wurden ebenfalls alle 2 Minuten der Puls und der Blutdruck gemessen.
Ergebnisse: Im Durchschnitt wurde eine Erhöhung des mittleren Blutdrucks um 5 mmHg innerhalb der ersten 6 Minuten nach Tropfenapplikation festgestellt. Im dann im Verlauf der Untersuchung wurde der Ausgangswert wieder erreicht. Im Vergleich zum Ausgangswert wurde im Gruppenmittel keine signifikante Veränderung der Astarteriendurchmesser beobachtet. Bei 5 Probanden konnte eine größer als 4%ige Dilatation der Astarterien, bei 2 weiteren eine größer als 4%ige Konstriktion der Astarterien festgestellt werden.
Schlußfolgerungen: Die Durchmesser retinaler Astarterien veränderten sich nach Applikation von Neosynephrin 10% nicht signifikant. Geringe systemische Veränderung des Blutdrucks konnte festgestellt werden. Da der Blutdruck bereits nach kurzer Zeit ansteigt, könnte eine systemische Resorption des Wirkstoffes verantwortlich sein. Die erzeugte systemische Blutdruckschwankung ist wahrscheinlich zu gering um bei den meisten Probanden autoregulative Mechanismen und damit Durchmesseränderungen retinaler Astarterien hervorzurufen. Einige Probanden wiesen jedoch eine Dilatation der Astarterien zum Ausregeln der veränderten Anforderung auf.




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