Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Sickerkissenfunktion nach Clear Cornea Phakoemulsifikation - eine prospektive Studie

Kraft J., Lieb W. E., Grein H. J., Schmitz B., Heinold A., Grehn F.

Universitätsaugenklinik, Josef-Schneider-Str.11, D-97080 Würzburg

Einleitung: Ziel dieser Studie ist, den Einfluss der clear cornea Phakoemulsifikation auf die Sickerkissenmorphologie und -funktion sowie den intraokularen Druck nach vorangegangener filtrierender Operation zu untersuchen.
Methode: Der klinische Verlauf von 30 Patienten (30 Augen), die nach erfolgreicher filtrierender Glaukom-OP eine clear cornea Phakoemulsifikation mit Acrylat-Faltlinse erhielten, wurde prospektiv gegen eine gematchte Kontrollgruppe (31 Patienten/31 Augen) ohne filtrierende OP untersucht. Mittlerer intraokularer Druck (IOD) und die Sickerkissenkonfiguration (mittels standardisierter Kriterien und Punktescore 0-20, 20=optimal) wurden jeweils vor Phakoemulsifikation, bei Entlassung, 6 und 12 Monate postoperativ erhoben.
Ergebnisse: Der mittlere IOD stieg nach Phakoemulsifikation um ca. 2mmHg an (prä-operativ 14.28 ±3.71mmHg, 12 Monate postoperativ 16.33 ±3.31mmHg, p=0.006). Ein IOD-Anstieg um >2mmHg gegenüber dem Ausgangswert, trat bei 15 Patienten (50%) ein, bei 11 Patienten (36.7%) war die Drucklage unverändert (± 2mmHg), bei 4 Patienten (13.3%) lag ein Druckabfall (>2mmHg) vor. Der mittlere Punktescore der Sickerkissenmorphologie zeigte im Verlauf eines Jahres einen Abfall von 17.9 auf 14.8 Punkte. Bei 3 von 30 präoperativ druckregulierten Augen lag der IOD postoperativ bei >21mmHg. In der Kontrollgruppe fiel der IOD in Mittel um 2.2 mmHg nach 12 Monaten ab (p=0.005).
Schlußfolgerung: Bei der Hälfte der fistulierend operierten Patienten wurde ein IOD-Anstieg ein Jahr nach erfolgter Phakoemulsifikation beobachtet. Ohne vorangegangene Glaukom-OP kam es zum IOD-Abfall im gleichen Zeitraum. Eine clear cornea Phakoemulsifikation nach filtrierender Glaukomchirurgie kann mit einer Verschlechterung der Sickerkissenfunktion und -morphologie einhergehen.




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