Die Transsklerale Kontaktzyklophotokoagulation mit dem Diodenlaser zur
Behandlung verschiedener Glaukomformen
Kramp K., Vick H.-P., Guthoff R.
Universitäts- Augenklinik Rostock, Doberaner Str. 140, 18055 Rostock
Ziel: Die transsklerale Zyklophotokoagulation (TSCPC) gewinnt
als Alternative zu bulbuseröffnenden Eingriffen in der Glaukomtherapie
zunehmend an Bedeutung. Ziel dieser Studie war es, die kurz- und längerfristige
therapeutische Effektivität der TSCPC mit dem Diodenlaser auch als
Ersteingriff bei verschiedenen Glaukomformen zu evaluieren.
Patienten und Methoden: Retrospektiv wurden die Ergebnisse nach
250 TSCPC untersucht, die von Nov. 1994 bis März 1998 an 193 Augen
von 145 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 62,6 ± 17,1
Jahren an der UAK Rostock durchgeführt wurden. Die Nachbeobachtungszeit
betrug 6 bis 48 Monate (Ø 13,9). Die Primären Offenwinkelglaukome
(POAG; 51,2 %) und die Sekundärglaukome (24,4%) traten am häufigsten,
die Neovaskularisationsglaukome (NVG; 5,2 %) am seltensten auf. 24- 30
Laserherde wurden mit einer Energie von 2,8- 3,6 J mittels Glasfaserkabel
und Fokussieroptik limbusparallel 1,5 mm hinter dem Limbus zirkulär
über 360° gesetzt.
Ergebnisse: Der intraokulare Druck (IOP) sank von 24,6 ±
6,7 mmHg vor auf 19,3 ± 5,7 mmHg nach dem Eingriff (p < 0,001).
Nach ein- oder mehr-facher Behandlung konnte der IOP nach 76,4 % aller
TSCPC in den definierten Normbereich von 10- 22 mmHg gesenkt werden. Ebenso
reduzierten sich sowohl der Maximaldruck als auch Anzahl und Applikationshäufigkeit
der Antiglaukomatosa (p < 0,001). Die besten Ergebnisse wurden bei
den Patienten mit POAG, bei den ältesten und denen ohne drucksenkende
Voroder Folgeoperation erzielt. Bei häufig therapierefraktären
Glaukomen, wie den NVG (p = 0,001) und den kongenitalen Glaukomen (p =
0,004), konnte der IOP in 69,2 % bzw. 58,3 % der Fälle erfolgreich
um 52,9 % bzw. 15,0 % gesenkt werden. Bei 24,8 % aller TSCPC waren ein
oder mehrere Wiederholungen mit durchschnittlich 1,3 Eingriffen pro Auge
notwendig. Komplikationen traten in 14,4 % auf, wobei es sich meist (31
von 36 ) um eine milde Uveitis handelte. Als ernste Komplikation trat
die Phthisis bulbi bei 2 Patienten mit NVG und 1 Frau mit Pseudoexfoliationsglaukom
auf.
Schlußfolgerung: Die Diodenlaser-TSCPC erwies sich als ein
sicheres, effektives und komplikationsarmes Verfahren zur Drucksenkung
bei der Behandlung verschiedener Glaukome. Sie eignet sich auch als Ersteingriff.
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