Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Neurofibrom als Differentialdiagnose zum Rhabdomyosarkom

Krieglsteiner S., Lüchtenberg M., Rosenkranz C., Vanselow K., Zubcov A.

Augenklinik, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Theodor-Stern-Kai 7, D -60590 Frankfurt/Main

Kasuistik: Wir berichten über einen 11-jährigen ansonsten gesunden Jungen mit 2-wöchiger Anamnese einer zystischen Raumforderung am linken Augenvorderabschnitt, die mit einer subjektiven Sehverschlechterung einherging und unter topischer Antibiose keine Besserung zeigte. Der bei uns erhobene Befund ergab links am temporal unteren Limbusrand einen verschieblichen, z. T. zystischen, unregelmäßig strukturierten lachsfarbenen Bindehauttumor von 1 x 2 cm ohne Exophthalmus. Die Bulbusmotilität war allseits frei, die Pupillomotorik regelrecht. Der Visus am linken Auge war mit bester Korrektur auf 0,9 geringfügig herabgesetzt. Unter Verdacht auf einen malignen Prozeß (Rhabdomyosarkom oder Lymphom) führten wir zügig eine Biopsie durch, die histologisch ein Neurofibrom ergab. Intraoperativ fanden sich 2 weitere Tumoren. Bei der vollständigen Tumorentfernung in 2. Sitzung wurde der histologische Befund bestätigt. Die veranlaßte kinderärztliche Abklärung ergab keine Beteiligung im Rahmen einer generalisierten vermuteten Neurofibromatose. Bei schnellwachsenden orbitalen beziehungsweise epibulbären Tumoren im Kindesalter muß man stets an das hochmaligne Rhabdomyosarkom denken. Es handelt sich um einen lachsfarbenen, von den quergestreiften äußeren Augenmuskeln ausgehender Tumor,der typischerweise in der ersten Lebensdekade auftritt. Wegen der frühzeitigen Metastasierung muß die Diagnose zügig mittels Biopsie gesichert und je nach Lokalbefund und Staging die Therapie (Chemo-, Radiotherapie, evtl. Exenteratio orbitae) eingeleitet werden. Das Lymphom, das seinen Inzidenzgipfel in der 5. - 8. Lebensdekade hat, kann vereinzelt auch im Kindesalter in der Orbita auftreten, ist häufig beidseitig und bedarf je nach Staging einer Chemooder Radiotherapie.
Schlußfolgerung: Schnellwachsende Tumoren der Orbita müssen zum Ausschluß eines Malignoms unbedingt bioptisch abgeklärt werden, können jedoch auch benigner Genese sein.




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