Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Primäres Offenwinkelglaukom und Tamoxifentherapie

Krist D., Harazny J., Michelson G.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen

Hintergrund: Tamoxifen beeinflusst die Bindung von Estradiol an der Rezeptorenseite. Eine okulare Toxizität konnte sowohl in höheren (40-240 mg /Tag) als auch niedrigen (20mg) Dosen nachgewiesen werden. Neben Tamoxifen- Retinopathien /Keratopathien wurden auch thrombotische Angiopathien der Retina beschrieben. Wir untersuchten daher die retinale Zirkulation unter Tamoxifengabe bei Glaukompatienten.
Patient und Methode: 128 Frauen des "Erlanger Glaukomregisters" wurden anhand eines Fragebogens bezüglich einer Antiöstrogen-Therapie befragt. 2 Patientinnen nahmen niedrigdosiert Tamoxifen (20mg über 4 Jahre, 30mg über 5 Jahre) ein. Beide hatten keine additive Augen- oder Allgemeinerkrankungen. Während der Tamoxifengabe erfolgten Messungen der retinalen Durchblutung (Scanning-Laser-Doppler Flowmetrie), des Druckes, des Gesichtsfeldes und der Papillenmorphometrie.
Ergebnisse: Die retinale Blutfluß ergab mit Messungen zwischen R: 86,4- 158,5; T: 152,7-182,8 und N: 94,3-153,9 (Normbereich: R: 300-470;T:240- 400; N:240-370) signifikant erniedrigte Flussraten im Vergleich zu nicht mit Tamoxifen behandelten Patientinnen. Die max. Tensionswerte betrugen 24 bzw.30 mmHg und waren unter Therapie zum Untersuchungs zeitpunkt reguliert. Die Papillometrie ergab eine vitale Papille sowie 3 beginnende glaukomatöse Optikusatrophien mit korrespondierendem Gesichtsfeldschaden in einem Auge. Funktionell und morphologisch blieb der Glaukom schaden als auch der sonstige Augenbefund trotz Tamoxifengabe stabil.
Schlußfolgerungen: Die unter Tamoxifen deutlich verminderte papilläre Mikroperfusion bei Glaukompatienten ist möglicherweise auf den aufgrund der beeinträchtigten Estrogenbindung (mit resultierender Minderung der Prostaglandin I2 Freisetzung und Steigerung der Produktion von Endothelin 1) erhöhten Gefäßwiderstand zurückzuführen. Dies deutet auf einen additiv vaskulären Faktor und unterstreicht die Notwendigkeit regelmäßiger ophthalmologisch/ rheologischer Kontrollen.




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