Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Retinale Vaskulitis als monosymptomatische, extrapulmonale Manifestation einer Tuberkulose

Krist D., Wenkel H.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen

Hintergrund: Heute ist die okuläre Tuberkulose (TB) eher selten, sie ist nur für etwa 0,5% der extrapulmonalen TB verantwortlich. Wir berichten über einen Patienten mit einer retinalen Vaskulitis als einziger Manifestation einer extrapulmonalen TB.
Patient: Ein 29 jähriger Mann stellt sich mit bilateralem Verschwommensehen (Visus: RA: 0,4; LA: 0,5) assoziiert mit schmerzhafter Rötung vor. Anamnestisch bestanden seit mehreren Jahren häufig rekurrierende Iridozyklitiden welche initial gut auf Kortison ansprachen. Frühere diagnostische Abklärungen blieben ohne Ergebnis. Allgemeinerkrankungen bestanden nicht. Bilateral fand sich ein geringer Vorderkammerreizzustand und ophthalmoskopisch zeigten sich retinale Gefäßeinscheidungen sowie eine milde Vitritis. Es lagen keine choroidalen Veränderungen vor. Die Entzündung sprach nicht auf eine lokale Steroidtherapie an.
Ergebnisse: Eine intensive Befragung des Patienten ergab einen mehrfachen Kontakt mit offener TB zeitgleich mit dem Beginn der Iridozyklitiden. Eine andere Ursache für die Uveitis fand sich nicht. Der Tuberkulin-Hauttest fiel positiv aus. Röntgen-, Sputum- und Magenaspiratuntersuchungen waren unauffällig. Eine antituberkulöse Dreifachtherapie führte zu einem raschen Rückgang der Entzündung mit Visusanstieg auf 0.8 beidseits. Ein Entzündungsrezidiv war seither nicht zu beobachten.
Schlußfolgerungen: Ohne systemische Zeichen ist die Diagnosestellung einer TB-induzierten Uveitis sicher problematisch. Aufgrund der rekurrierenden Iridozyklitiden beginnend mit der TB-Exposition, dem positiven Hauttest sowie der dramatische Besserung auf Antituberkulosa ist eine monosymptomatische TB in Form einer retinalen Vaskulitis aber sehr wahrscheinlich. Sie kann sowohl durch direkte bakterielle Infektion als auch durch eine hypererge Reaktion gegen Mykobakterien hervorgerufen sein. Eine okuläre TB sollte selbst in atypischen Fällen ohne systemische Veränderungen bedacht werden.




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