Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Charakteristika epidemiologischer Studien in der Ophthalmologie

Krummenauer F., Kersten I.

Koordinierungszentrum für Klinische Studien der Universität Mainz, Klinik für Augenheilkunde der Universität Mainz

Hintergrund: Die Aussagekraft einer epidemiologischen Studie hängt grundlegend von deren Studiendesign ab. Dies betrifft insbesondere Phase IVStudien in der Augenheilkunde, wo stets das "Problem" der paarigen Daten zweier Augen eines Patienten in Planung und Auswertung einbezogen werden muss. Daher soll ein vergleichender Überblick über die drei wichtigsten Designs epidemiologischer Studien gegeben werden, in dem die zentralen Vorteile hinsichtlich Durchführungseffizienz und Limitationen in deren Aussagekraft aufgezeigt werden sollen.
Methoden: Am Beispiel der Planung einer Studie zur Erfassung und zum Beleg einer intraokularen Antibiose als Prophylaxe gegenüber einer Endophthalmitis nach Katarakteingriff sollen die Designs der Kohortenstudie, der Fallkontrollstudie und der Querschnittstudie gegenübergestellt werden. Insbesondere wird illustriert, welche Verzerrungen in den Ergebnissen statistischer Analysen aus diesen Studiendesigns resultieren können.
Ergebnisse: Es zeigt sich, dass die stärkste Aussagekraft in jedem Fall mit einer (prospektiven) Kohortenstudie erzielt werden kann, da einerseits der Beleg eines kausalen Einflusses auf die (hier prophylaktische) Intervention möglich ist, andererseits die Ergebnisse keiner Auswahl-bedingten Verzerrung unterliegen. Die Hauptvorteile der Fallkontrollstudie sind klar ihre schnellere und kosteneffizientere Durchführbarkeit im Vergleich zur Kohortenstudie sowie die Möglichkeit, unbegrenzt zusätzliche Störfaktoren in die biometrische Analyse einbeziehen zu können. Ihr größter Nachteil besteht in einer möglichen Verzerrung durch die Auswahl der Studienteilnehmer nach ihrem Erkrankungsstatus und der dadurch fehlenden Möglichkeit, klinische Wirksamkeitsnachweise zu führen. Die Querschnittsstudie ist schnell und kosteneffizient durchführbar, liefert aber nur eine Momentaufnahme der Krankheit und somit keine Möglichkeit, eine Assoziation zwischen Durchführung der Prophylaxe und dem resultierenden Erkrankungsstatus zu ermitteln.
Schlußfolgerung: Die (prospektive) Kohortenstudie muss als Mittel der Wahl angesehen werden trotz ihrer meist hohen Fallzahlen und Kosten.




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