Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Risikofaktoranalyse für endotheliale Immunreaktionen: Zwischenergebnisse einer prospektiven Nicht-Hochrisiko-Keratoplastik-Studie

1Küchle M., 1Cursiefen C., 1Langenbucher A., 1Nguyen N. X., 1Seitz B., 2Martus P.

1Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen; 2Inst. für Med. Statistik, Biometrie und Epidemiologie, FU Berlin, Berlin

Hintergrund: In einer prospektiven Studie werden seit 1996 Patienten mit Nicht- Hochrisiko-Keratoplastik auf Risikofaktoren für das Auftreten immunologischer endothelialer Transplantatreaktion untersucht.
Methoden: Analyse von bisher 397 Patienten, die zwischen 1996 und 2001 für die Studie rekrutiert und entsprechend dem Studienprotokoll standardisiert nachbehandelt und nachuntersucht wurden. Datenbankerfassung mit Access 2.0. Die statistische Analyse erfolgte mit dem proportionalen Hazard Modell (Cox). Die häufigsten zur Operation führenden Diagnosen waren Keratokonus bei 44%, Fuchs-Dystrophie bei 27% und sekundäre bullöse Keratopathie bei 10%.
Ergebnisse: 19 der 397 Patienten (4,7%) entwickelten bisher eine endotheliale Immunreaktion, 1 Patient davon eine irreversible Transplantateintrübung (mittlere Nachbeobachtungszeit: 18 Monate). Es fand sich eine gleichmäßige Verteilung der Transplantatreaktionen zwischen 1-3 Jahren nach der Operation, aber nur einmal vor Ablauf der ersten 12 Monate. Es zeigten sich folgende Trends: Häufigere endotheliale Transplantatreaktionen bei Patientenalter zwischen 20 und 40 Jahren, bei zunehmendem Transplantatdurchmesser, jedoch nicht bei Keratoplastik kombiniert mit Linsenoperation oder in Abhängigkeit vom Geschlecht. Bei 74% der Patienten mit Transplantatreaktion zeigte sich vor der Episode eine oberflächliche korneale Neovaskularisation bis zur Wirt-Spender-Grenze.
Schlußfolgerung: Wenngleich die Häufigkeit von Immunreaktionen in unserer Studie bisher niedriger ist als im Literaturvergleich, so unterstreicht sie doch die Notwendigkeit regelmäßiger postoperativer Kontrollen auch über die unmittelbar postoperative Phase hinaus. Aufgrund dieser geringen Rate an Transplantatreaktionen sollen für die Studie weitere Patienten rekrutiert werden, bevor die statistische Analyse zusätzlicher weiterer möglicher Risikofaktoren und der Rolle einer längeren lokalen Steroidtherapie sinnvoll möglich ist. Unterstützung: BMBF (IZKF Erlangen, B13)




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