Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Faktor XII-Mangel: Thrombophiler Risikofaktor für die Entstehung venöser retinaler Gefäßverschlüsse

Kuhli C., Hattenbach L.-O., Scharrer I., Koch F., Ohrloff C.

Augenheilkunde und Medizinische Klinik I, Klinikum der Johann-Wolfgang- Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Einleitung: Verschiedene Studien weisen darauf hin, daß der Mangel des Gerinnungsfaktors XII ein Risiko für die Entstehung thromboembolischer Ereignisse darstellt. Der Zusammenhang zwischen dem Faktor XII-Mangel und retinalen Gefäßverschlüssen ist bisher wenig untersucht.
Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Studie führten wir bei insgesamt 142 Patienten mit venösen retinalen Gefäßverschlüssen sowie bei einem Vergleichskollektiv von 128 Personen mit gleicher Alters- und Geschlechtsverteilung ein umfangreiches Thrombophiliescreening durch. Darüber hinaus wurde bei allen Personen eine umfassende Anamnese kardiovaskulärer Risikofaktoren erhoben. Sowohl Patienten als auch Probanden wurden jeweils in zwei Altersgruppen unterteilt (</=45 bzw. > 45 Jahre).
Ergebnisse: Insgesamt konnte bei 13 der 142 (9,2%) Patienten ein Faktor XII-Mangel nachgewiesen werden, während lediglich eine der 128 Vergleichspersonen (0,7%) diesen Gerinnungsdefekt aufwies (P=0,0017). Die höchste Prävalenz zeigte sich innerhalb der jungen Patientengruppe mit 17,1% (8 von 47 Patienten), während bei keiner der 83 jungen Vergleichspersonen ein F. XII-Mangel vorlag (P=0,0002). Demgegenüber konnte in der Gruppe der über 45jährigen Patienten in 5 von 95 Fällen (5,3%) ein F. XII-Mangel nachgewiesen werden, was keinen statistisch signifikanten Unterschied zur älteren Kontrollgruppe (2,2%) darstellte (P=0,66).
Schlußfolgerung: Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, daß dem Faktor XII-Mangel eine pathogenetische Bedeutung für die Entstehung retinaler venöser Gefäßverschlüsse bei jungen Patienten (</=45 Jahre) zukommt. Im Gegensatz dazu findet sich dieser Gerinnungsdefekt bei älteren Patienten mit venösen Gefäßverschlüssen nicht signifikant häufiger als dies bei einem altersentsprechenden Vergleichskollektiv der Fall ist.




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