Regressionsanalyse des Hornhautendothels nach nichtmechanischer perforierender
Keratoplastik
Langenbucher A., Nguyen N. X., Seitz B.
Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg,
Schwabachanlage 6, D- 91054 Erlangen
Hintergrund: In der vorliegenden Studie wurde die Entwicklung
der Hornhautendothelzellzahl nach nichtmechanischer Keratoplastik (PK)
in Abhängigkeit der Diagnose und simultanen Linseneingriffe mit Regressionsmodellen
untersucht.
Patienten und Methoden: Bei 649 Augen wurde nach PK (187 primäre
Dystrophien (D1), 273 Keratokonus (D2), 189 sonstige (D3); 491 reine PK
(RK), 158 TRIPLEProzeduren (TR)) im Rahmen einer prospektiven Studie die
Hornhautendothelzelldichte mittels Spiegelmikroskopie (EM-1100, Tomey,
Erlangen) im Querschnitt 6, 12, 18 und 24 Monate postoperativ untersucht.
Weiter wurde im Längsschnitt (Beobachtungsdauer von 6 Monaten bis
10 (2,4±1,8) Jahre das Zeitverhalten von mindestens 3 validen Endothelbefunden
durch ein lineares und logarithmisches Regressionsmodell im Sinne einer
Minimierung der Residuen (Distanz zwischen gemessenen und prädizierten
Werten) analysiert. Als Kovariaten wurden die Post-mortem Zeit (PM), die
Konservierungsdauer (MED) der Spenderhornhäute sowie das Spenderalter
(SA) berücksichtigt.
Ergebnisse: Die Hornhautendothelzelldichte reduzierte sich in D1/D2/D3
vom 6- Monatsbefund zum 2-Jahresbefund von durchschnittlich 1651±512/1903±444/1589±551
Zellen/mm2 auf 1310±515/1702±551/1209±443 Zellen/mm2
(p=0,005/0,02/0,01) und in RK/TR von 1785±507/1652±514 Zellen/mm2
auf 1524±574/1320±493 Zellen/mm2 (p=0,05/0,005). Im linearen
Modell reduzierte sich in D1/D2/D3 die Endothelzelldichte um 222±307/71±494/338±640
Zellen jährlich, in RK/TR um 153±537/262±574 Zellen.
Im logarithmischen Modell reduzierte sich in D1/D2/D3 die Zelldichte jährlich
um 8,3±23%/6,5±34%/12,5±40%, (D1-D2: p=0,003; D1-D3:
p=0,03; D2-D3: p<0,001) und in RK/TR um 2,8±36%/10,3±35%
(p=0,04). MED korrelierte mit dem Zellverlust (p=0,04), nicht jedoch PM
und SA.
Schlußfolgerung: Der Endothelzellverlust scheint nach nichtmechanischer
Trepanation in der Gruppe mit Keratokonus (6,5%) am geringsten zu sein
gefolgt von primären Dystrophien (8,3%). Nach reiner Keratoplastik
ist im Langzeitverlauf ein deutlich geringerer Endothelzellverlust zu
erwarten als nach kombinierten Eingriffen.
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