Ergebnisse nach Pars-plana-Vitrektomie bei Linsenfragmentenluxation in
den Glaskörperraum während Phakoemulsifikation
Lazar M., Koop G., Walter O., Pavlovic S.
Zentrum für Augenheilkunde Gießen, Friedrichstraße 18,
35390 Gießen
Einleitung: Der Verlust von Linsenfragmenten in den Glaskörperraum
während Phakoemulsifikation ist eine seltene, aber ernsthafte intraoperative
Komplikation. Diese Studie möchte die Ergebnisse nach Pars-plana-
Vitrektomie zur Linsenrestentfernung darstellen.
Methode: Es wurde eine retrospektive Studie an 19 Augen von 19
Patienten, die eine Pars-plana-Vitrektomie wegen Luxation der Linsenanteile
in den Glaskörper während Phakoemulsifikation im Zeitraum 1993
bis 2001 in der Augenklinik Giessen erhalten hatten, durchgeführt.
Bei diesen Patienten wurden prä- und postoperativ der Visus, die
Augeninnendruckwerte, der Vorderkammerreiz sowie der Hornhaut- und Hintersegmentstatus
erhoben. Der Abstand zwischen Phakoemulsifikation und Pars-plana-Vitrektomie
wurde dokumentiert.
Ergebnisse: 13 der 19 Patienten erhielten in dem erwähnten
Zeitraum von 1993-2001 in der Augenklinik Giessen eine Phakoemulsifikation;
das entspricht einer Inzidenz der Linsenfragmentenluxation in den Glaskörperraum
während Phakoemulsifikation von 0,1%. Die anderen Patienten wurden
vom Augenarzt zugewiesen. 9 Augen erhielten eine Pars-plana-Vitrektomie
als primäre Versorgung sofort im Anschluß an die Phakoemulsifikation,
7 Augen innerhalb einer Woche nach Phakoemulsifikation, 3 Augen später
als 1 Woche. Von den Augen, die keine Pars-plana-Vitrektomie als Primärversorgung
erhielten, hatten im Zeitraum zwischen Phakoemulsifikation und Pars-plana-Vitrektomie
7 Augen einen Druckanstieg, 9 Augen eine Uveitis, 10 Augen ein Hornhautödem.
Eine Netzhautablösung wurde bei keinem der Augen diagnostiziert.
Die Beobachtungszeit betrug im Durchschnitt 3,5 Jahre. Postoperativ traten
keine schweren Komplikationen auf. Logarithmisch gemittelt zeigte sich
eine Verbesserung des Visus im Vergleich zur Sehschärfe vor Kataraktoperation
von 0,25 auf 0,5.
Schlußfolgerung: Ernsthafte postoperative Komplikationen
traten bei unseren Patienten nicht auf. Es zeigte sich kein signifikanter
Unterschied im postoperativen Visus in Abhängigkeit vom zeitlichen
Abstand Phakoemulsifikation zur Pars-plana-Vitrektomie.
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